Hl. Gottschalk

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lenzen an der Elbe, Ort des Martyriums von Eppo und Gottschalk


Leben

Der hl. Gottschalk (=Gottesknecht), Sohn des Abodritenfürsten Uto, wurde etwa 1015 geboren und im St. Michaelskloster in Lüneburg erzogen, ähnlich wie Jahrhunderte später Johann Sebastian Bach. Nach dem Tod seines Vaters um 1028 mußte er nach England in die Verbannung gehen, wo er 15 Jahre lang als Gefolgsmann des dänischen Königs Knut IV. diente.

Nach siegreichen Kampf gegen die oppositionellen Herrscher gelang ihm etwa im Jahre 1045 die Rückkehr in sein Land, er trat in das Erbe seines Vaters ein und nahm seinen Hauptsitz in der Mecklenburg. Dies berichtet Adam von Bremen in seiner "Chronik der Hamburgischen Bischöfe“. Hier lesen wir auch, daß Gottschalk ein Kloster zu Lenzen begründet, die Hamburger Kirche wie seine Mutter verehrt und das Evangelium oftmals seinem Volk erläutert habe.

Politisch angelehnt an das dänische Königtum und an das sächsische Herzogtum, betrieb Gottschalk erfolgreich die Wiedererrichtung einer christlichen Kirchenorganisation, unterstützt durch den Erzbischof Adalbert von Bremen, mit ihm gründete er die Bistümer Mecklenburg (Schwerin) und Ratzeburg.

Gottschalk erweiterte das Herrschaftsgebiet mit vielen Kriegen gegen andere Stämme wie Wilzen, Kessiner und Zirzipanen nach Süden in die Prignitz hinein, nach Osten bis in den Raum der Odermündung. Kirchenpolitisch unterstützte er Kaiser Heinrich IV. und wurde in dessen Niederlage hineingezogen.

Nach dem Sturz seines wichtigsten Verbündeten Erzbischofs Adalbert im Jahre 1066 brach ein Aufstand aus. Am 7. Juni 1066 erlitten Gottschalk und Eppo, ein sächsischer Priester in seinem Dienst, das Martyrium in Lenzen an der Elbe, wo sie in der Kirche getötet wurden. Das christliche Kirchenwesen wurde abermals vernichtet. Gottschalks Witwe floh mit ihrem kleinen Sohn Heinrich zu ihrem Vater, dem Dänen-König Svend Estridson. Gottschalks Nachfolger wurde der heidnische Fürst Kruto aus dem Stamm der Wagrier.

Zu Beginn des 12. Jh. machen sich dann wieder Anzeichen einer vom Herzogtum Sachsen ausgehenden Ostmarkenpolitik bemerkbar. Als die Brizaner und Stoderaner in der Gegend von Havelberg und Brandenburg sich fehdelustig zeigten, umlagerte der Abodrite Fürst Heinrich, des Märtyrers Gottschalk Sohn, die Feste Havelberg und erzwang die Unterwerfung.

Inzwischen zog sein Sohn Mistue mit 200 Sachsen und 300 Wenden im Lande der Lingonen[1] "durch Wälder, Wasser und große Moore", bis er die sorglosen Feinde bei Putlitz überfiel und große Beute machte. Als Bischof Otto von Bamberg seine zweite Missionsfahrt nach Pommern antrat, konnte er sich 1128 in Havelberg bei dem deutschfreundlichen Fürsten Wirikind mit Vorspann und Wagen versorgen.

Eppo und Gottschalk werden als Erzheilige Brandenburgs verehrt.

Verweise


Einzelnachweise

  1. Keltisches Volk an der oberen Seine, Marne und Saone, zwischen den Senonen und den Sequanern.