Holstein (Hz.)

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Holstein ist ein Herzogtum und eine historische Landschaft auf der Kimbrischen Halbinsel zwischen Niedersachsen und Dänemark.


Stämme

Zur Namensgebung

Die wohl erste schriftliche Erwähnung der namengebenden Holsteiner findet sich bei Adam von Bremen anno 1076:

Transalbianorum Saxonum populi sunt tres. Primi ad occeanum sunt Tedmarsgoi, et eorum ecclesia mater in Melindorp. Secundi Holcetae, dicti a silvis, quas accolunt; eos Sturia flumen interluit, ecclesia Scanafeld. Tercii et nobiliores Sturmarii dicuntur, eo quod seditionibus ea gens frequens agitur. Inter quos metropolis Hammaburg caput extollit, olim viris et armis potens, agro et frugibus felix.[2]

Grenzen

  • Unterlauf der Elbe zwischen Hamburg (das historisch zu Holstein-Stormarn zählt) und Brunsbüttel
  • Nord-Ostsee-Kanal und Eider sowie der Levensau.
  • Rendsburg und Kiel zählen zu Holstein.
  • Fehmarn gehört zu Schleswig.
  • Lauenburg/Elbe zählt nicht zu Holstein.
  • Holsteins Südostgrenze verläuft, der heutigen Kreisgrenze Stormarn-Lauenburg entsprechend, von Lübeck zur Mündung des Grenzflusses Bille in die Elbe nahe der Hamburger Innenstadt.

Landschaften

  • die Geest (→ niederdeutsch güst "unfruchtbar“), ein teilweise sandiges, leicht gewelltes Gebiet mit typischen Geländehöhen zwischen 20 und 50 m über dem Meer
  • an sie nordöstlich einer unregelmäßigen Linie etwa zwischen Rendsburg und NO-Hamburg anschließend das östliche Hügelland, ein von der (letzten) Weichsel-Eiszeit geformtes, sehr fruchtbares Moränenland mit welliger Bodengestalt, das im Massiv des Bungsbergs in Ostholstein 168 m über dem Meer erreicht
  • entlang der Elbe die Elbmarschen, auf Sedimentgrundlage durch Kultivierung seit dem 12. Jahrhundert gewonnenes und extrem fruchtbares Kulturland.

Kreise und Städte

Kreis Itzehoe

„Kreis Steinburg“

Stadt Lübeck

Kreis Lübeck

Kreis Neumünster

Kreis Pinneberg

Kreis Segeberg


Geschichte

Holstein gehörte von 811 bis 1806 zum Fränkischen Reich und in dessen Nachfolge zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Nach 1815 wurde es ein Mitglied des Deutschen Bundes. Die Nordgrenze des Herzogtums war zugleich die Reichsgrenze, nur knapp hundert Jahre lang, von 934 bis 1025, gehörte auch das Gebiet bis zur Schlei als "Mark Schleswig" zum sächsischen Herrschaftsgebiet und bildete die nördliche Grenzmark des Heiligen Römischen Reiches. Es war bis 1474 Grafschaft und anschließend bis 1864 Herzogtum Holstein.

Als Karl der Große die Sachsen unterwarf, fügte er auch deren nordelbisches Gebiet seinem Reich hinzu. Das heute Ostholstein genannte Gebiet östlich der Schwentine war im Frühmittelalter keinesfalls von Slawen besiedelt. Die Aneignung durch die Grafen von Holstein hat mit "Slawen" nicht das Geringste zu tun. Auch in der Chronik des Helmold von Bosau werden Slawen mit keinem Wort erwähnt, da es sie nie gegeben hat.

Die Grenze zwischen Holstein und Schleswig bildeten schon seit der Zeit Karls des Großen die Eider und die Levensau. Ditmarschen konnte sich zwar Jahrhundertelang eine weitgehende Unabhängigkeit bewahren, bevor es im 16. Jahrhundert auch faktisch Teil des Herzogtums Holstein wurde.

Die Grafschaft Holstein blieb Teil Deutschlands und wurde am 14. Februar 1474 durch Kaiser Friedrich III. in Rothenburg ob der Tauber als reichsunmittelbares Lehen zum "Herzogtum Holstein" erhoben. Der dänische König Christian I. wurde dadurch als Herzog von Holstein zum Lehnsmann des Deutschen Königs. Sitz der obersten Behörden für Holstein war Glückstadt an der Elbe.

Verweise




Einzelnachweise

  1. Holtsaten = "Waldbewohner“; vgl. altsächs. holt "Gehölz, Wald“ und sāt "Sasse, Bewohner“
  2. Es gibt drei nordelbische Sachsenstämme: Erstens die Ditmarschener; sie wohnen am Meere, und ihre Mutterkirche steht in Meldorf. Zweitens die Holsten: sie heißen nach den Holzungen, in deren Nähe sie sitzen; durch ihren Gau fließt die Stör; ihre Kirche ist Schenefeld. Der dritte und edelste Stamm heißt Stormarn, weil dieser Gau häufig von Stürmen der Unruhe ergriffen wird. In seiner Mitte erhebt die Mutterkirche Hammaburg ihr Haupt, die früher reich war an Männern und Waffen, ergiebig an Land und Früchten.