Ich hab' in Gottes Herz und Sinn (Kantate)

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  • BWV 92
  • BC A 42

Dies ist eine Kantate von Johann Sebastian Bach.


Text der Kantate

Teil 1

Corale: Ich hab in Gottes Herz und Sinn

Ich hab in Gottes Herz und Sinn
mein Herz und Sinn ergeben.
Was böse scheint, ist mein Gewinn,
der Tod selbst ist mein Leben.
Ich bin ein Sohn
des, der den Thron
des Himmels aufgezogen.
Ob er gleich schlägt
und Kreuz auflegt,
bleibt doch sein Herz gewogen.

Recitativo con corale: Es kann mir fehlen nimmermehr

Es kann mir fehlen nimmermehr!

Es müssen eh’r, wie selbst der treue Zeuge spricht,[1]
mit Prasseln und mit grausem Knallen
die Berge und die Hügel fallen:
Mein Heiland aber trüget nicht,

mein Vater muß mich lieben.

Durch Jesu rotes Blut bin ich in seine Hand geschrieben,
er schützt mich doch!

Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer,

so lebt der Herr auf großen Wassern noch,
der hat mir selbst mein Leben zugeteilt,
drum werden sie mich nicht ersäufen.
Wenn mich die Wellen schon ergreifen
und ihre Wut mit mir zum Abgrund eilt,

So will er mich nur üben,

Ob ich an Jonam werde denken,
ob ich den Sinn mit Petro auf ihn werde lenken.
er will mich stark im Glauben machen,
er will vor meine Seele wachen!

Und mein Gemüt,

das immer wankt und weicht,

in seiner Güt',

der an Beständigkeit nichts gleicht,

gewöhnen festzustehen.

mein Fuß soll fest bis an der Tage letzten Rest
sich hier auf diesen Felsen gründen.

Halt ich denn Stand,

und lasse mich in felsenfestem Glauben finden,

weiß seine Hand,

die er mir schon vom Himmel beut',
zu rechter Zeit

mich wieder zu erhöhen.

Aria: Seht, wie reißt

Seht, seht, wie reißt, wie bricht, wie fällt,
was Gottes starker Arm nicht hält.

Seht aber fest und unbeweglich prangen,
was unser Held mit seiner Macht umfangen.
Laßt Satan wüten, rasen, krachen,
der starke Gott wird uns unüberwindlich machen.

Corale: Zudem ist Weisheit und Verstand

Zudem ist Weisheit und Verstand
bei ihm ohn' alle Maßen.
Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt,
zu tun und auch zu lassen.
Er weiß, wenn Freud,
er weiß, wenn Leid
uns, seinen Kindern, diene,
und was er tut,
ist alles gut,
ob's noch so traurig schiene.

Teil 2

Recitativo: Wir wollen nun nicht länger zagen

Wir wollen nun nicht länger zagen
und uns mit Fleisch und Blut,
weil wir in Gottes Hut,
so furchtsam wie bisher befragen.
Ich denke dran,
wie Jesus nicht gefürcht das tausendfache Leiden;
Er sah es an
als eine Quelle ew'ger Freuden.
Und dir, mein Christ,
wird deine Angst und Qual, dein bitter Kreuz und Pein
um Jesu willen Heil und Zucker sein.
Vertraue Gottes Huld
und merke noch, was nötig ist:
Geduld, Geduld!

Aria: Das Brausen von den rauhen Winden

Das Brausen von den rauhen Winden
macht, daß wir volle Ähren finden.

Des Kreuzes Ungestüm schafft bei den Christen Frucht,
drum laßt uns alle unser Leben
dem weisen Herrscher ganz ergeben.
Küßt seines Sohnes Hand, verehrt die treue Zucht.

Recitativo con corale: Ei nun, mein Gott, so fall ich dir

Ei nun, mein Gott, so fall ich dir
getrost in deine Hände.

Baß: So spricht der gottgelass'ne Geist,
wenn er des Heilands Brudersinn
und Gottes Treue gläubig preist.

Nimm mich, und mache es mit mir,
bis an mein letztes Ende.

Tenor: Ich weiß gewiß,
daß ich unfehlbar selig bin,
wenn meine Not und mein Bekümmernis
von dir so wird geendigt werden:

Wie du wohl weißt,
daß meinem Geist
dadurch sein Nutz entstehe,

Alt: Daß schon auf dieser Erden,
dem Satan zum Verdruß,
Dein Himmelreich sich in mir zeigen muß.

Und deine Ehr'
je mehr und mehr
sich in ihr selbst erhöhe.

Sopran: So kann mein Herz nach deinem Willen
sich, o mein Jesu, selig stillen,
und ich kann bei gedämpften Saiten[2]
dem Friedensfürst ein neues Lied bereiten.

Aria: Meinem Hirten bleib ich treu

Meinem Hirten bleib ich treu.
Will er mir den Kreuzkelch füllen,
ruh' ich ganz in seinem Willen,
er steht mir im Leiden bei.

Es wird dennoch, nach dem Weinen,
Jesu Sonne wieder scheinen.

Meinem Hirten bleib ich treu.
Jesu leb ich, der wird walten,
freu' dich, Herz, du sollst erkalten,
Jesus hat genug getan. Amen Vater, nimm mich an!

Corale: Soll ich denn auch des Todes Weg

Soll ich denn auch des Todes Weg
und finstre Straße reisen,
Wohlan, ich tret auf Bahn und Steg,
den mir dein Augen weisen.
Du bist mein Hirt,
der alles wird
zu solchem Ende kehren,
daß ich einmal
in deinem Saal
dich ewig möge ehren.

Verweise




Einzelnachweise

  1. Jesaja 54, 10
  2. Interessanter und sehr seltener Hinweis auf ein Merkmal der Komposition in der Textvorlage.