Ich hab' mein Sach' Gott heimgestellt

Aus Monarchieliga
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  • Autor: Johann Leon
  • Weise: Eigene Weise, Fft./Main 1589


Die Hymne

Das Lied Leons hat 18 Strophen und ist von einzigartiger sprachlicher und philosophischer Dichte. Es ist zu bedauern, daß das Lied im Bachschen Schaffen nicht stärker berücksichtigt ist. Hingewiesen sei auf die prominente Rolle des Liedes bei Schütz, so in den musikalischen Exequien. Auch bei Telemann ist das Lied vertreten.


Die Hymne im Werk J. S. Bach's

  • Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. Vierstimmiger Choralgeang BWV 351
  • Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. Dies ist eine größere Choralfantasie aus Kirnbergers Sammlung (BWV 707), etwa im Stile Scheidts. Über dieses Werk ist wenig bekannt.
  • Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. Aus Kirnbergers (unzuverlässiger) Sammlung im geraden und im ungeraden Takt überliefert (BWV 708).
  • Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. Orgelchoral BWV 1113 aus der Neumeister-Sammlung.

Variante

  • Instrumentales Zitat im Actus tragicus (Es ist der alte Bund). Das BWV ordnet dieses Zitat der Zahn-Nr. 1680 zu.

Weitere Vertonungen

Text der Hymne

1. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt,
er mach's mit mir, wie’s ihm gefällt,
soll ich allhier noch länger leb'n,
nicht widerstreb'n,
seim Willen tu ich mich ergebn.


2. Mein Zeit und Stund ist wann Gott will,
ich schreib ihm nicht für Maß noch Ziel,
es sind gezählt all Härlein mein,
beid groß und klein,
fällt keines ohn den Willen sein.


3. Es ist allhier ein Jammertal,
Angst, Not und Trübsal überall,
des Bleibens ist ein kleine Zeit,
voller Mühseligkeit,
und wers bedenkt, ist immer im Streit.


4. Was ist der Mensch, ein Erdenkloß,
von Mutterleib kömmt er nacket und bloß,
bringt nichts mit sich auf diese Welt,
kein Gut noch Geld,
nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt.


5. Es hilft kein Reichtum, Geld noch Gut,
kein Kunst noch Gunst, kein stolzer Mut,
fürn Tod kein Kraut gewachsen ist,
mein frommer Christ,
alles was lebet, sterblich ist.


6. Heut sind wir frisch, gesund und stark,
bald morgen tot und liegen im Sarg,
heut blühn wir wie ein Rose rot,
bald krank und tot,
ist allenthalben Müh und Not.


7. Man trägt eins nach dem andern hin,
wohl aus den Augen und dem Sinn,
die Welt vergisset unser bald,
sein jung oder alt,
auch unser Ehren mannigfalt.


8. Ach Herr, lehr uns bedenken wohl,
daß wir sind sterblich allzumal,
auch wir allhier kein Bleibens han,
müssen all davon,
gelehrt, reich, jung, alt oder schön.


9. Das macht die Sünd, o treuer Gott,
dadurch ist komm’n der bittre Tod,
der nimmt und frißt all Menschenkind,
wie er sie findt,
fragt nicht, wes Stands od’r Ehrn sie sind.


10. Ich hab hie wenig guter Tag,
mein täglich Brot ist Müh und Klag,
wenn mein Gott will, so will ich mit
hinfahrn im Fried,
sterben ist Gewinn und schadt mir nit.


11. Und ob mich schon mein Sünd anficht,
dennoch will ich verzagen nicht,
ich weiß, daß mein getreuer Gott
für mich in Tod
sein liebsten Sohn gegeben hat.


12. Derselbig mein Herr Jesu Christ
für all mein Sünd gestorben ist,
und auferstanden mir zu gut,
der Höllen Glut
gelöscht mit seinem teuren Blut.


13. Dem leb und sterb ich alle Zeit,
von ihm der bittre Tod mich nicht scheidt,
ich leb oder sterb, so bin ich sein,
er ist allein
der einge Trost und Helfer mein.


14. Das ist mein Trost zu aller Zeit,
in allem Kreuz und Traurigkeit,
ich weiß, daß ich am jüngsten Tag
ohn alle Klag
werd auferstehn aus meinem Grab.


15. Mein lieber frommer, getreuer Gott
all mein Gebein bewahren tut,
da wird nicht eins vom Leibe mein,
sei groß oder klein,
umkommen noch verloren sein.


16. Mein lieben Gott von Angesicht
werd ich anschauen, daran zweifle ich nicht,
in ewiger Freud und Herrlichkeit,
die mir bereit,
ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit.


17. O Jesu Christe, Gottes Sohn,
der du für uns hast gnug getan,
ach schleuß mich in die Wunden dein,
du bist allein
der einig Trost und Helfer mein.


18. Amen, mein lieber, frommer Gott,
bescher uns all’n ein seligen Tod,
hilf, daß wir mögen allzugleich
bald in dein Reich
kommen und bleiben ewiglich.

Verweise