Idstein

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Idstein ist eine Stadt im Taunus.


Lage

Idstein liegt nördlich von Wiesbaden.

Geschichte

Zwischen alten Höhenstraßen in der Iddsteiner Senke gelegen, erscheint die Burg zuerst 1102 unter dem Namen Etichestein; doch scheint am Zusammenfluß von Wolfs- und Wörsbach vorher eine ältere Befestigung, die Gudenburg, bestanden zu haben.

Im 11. und 12. Jh. war Idstein Reichslehen; es ging um 1120 in den Besitz der Erzbischöfe von Mainz über, die es an die Grafen von Nassau zu Lehen gaben. Bei der ersten nassaueschen Teilung 1255 war es bereits Mittelpunkt einer „Provinz“, die aus alten Besitzungen des Klosters Bleidenstadt gebildet war. Idstein war die früheste nassauische Residenz südlich der Lahn, wo auch König Adolf von Nassau weilte.

Aber es blieb, trotz des durch König Rudolf I. 1287 verliehenen Stadtrechts, bis ins 17. Jh. nur ein Flecken. Auf dem nördlichen Teil des ausgedehnten Burggeländes wurde 1614-34 das Schloß erbaut. Hof und Verwaltung bildeten die Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung. Besonders Fürst Georg August förderte Handel und Gewerbe, das seit dem 16. Jh. u. a. durch die Lohgerber bedeutend war. Doch verlor Idstein durch den Anfall an Nassau-Usingen 1721 seine Residenz - das Schloß wurde bis 1883 als Landesarchiv genutzt.

Von 1340 an bestand in Idstein das Martinsstift, ein Kollegiatstift mit entsprechendem Vermögen. Die Reformation setzte sich etwa ab 1546 in Idstein durch. Später begann Graf Philipp von Nassau das Stift in eine evangelische Stiftung umzuwandeln, deren Vermögen der Pfarrer-und Lehrerbesoldung in Idstein, auch der Unterhaltung des Idsteiner Gymnasiums diente; dieses entwickelte sich aus der Stiftsschule.

Mit ihm war seit 1779 ein Lehrerseminar verbunden, das auch nach der Aufhebung des Gymnasiums 1817 in Idstein blieb. 1850 wurde es geteilt und als evangelische Anstalt zu Usingen und als katholishce zu Montabaur weitergeführt. Die Stiftskirche wurde, nachdem sich das Land von den Leiden des 30jährigen Krieges erholt hatte, durch den Grafen Johann 1667-77 prächtig erneuert und im Innern mit zahlreichen Bildern aus der Rubensschule ausgeschmückt. In dieser Unionskirche wurde 1817 die erste Union zwischen Lutheranern und Reformierten für das damalige Herzogtum Nassau geschlossen.

Gefördert durch den Fürsten Georg August von Nassau, waren in Idstein pietistische Bestrebungen stark. Zwei geistliche Liederdichter sind vor allem zu nennen: der Superintendent Johann Daniel Herrenschmidt und sein Nachfolger Johann Christian Lange, die beide Schüler August Hermann Franckes waren. Aus der von solchen Männern bestimmten Frömmigkeit ging Henriette Luise von Hayn hervor, die bereits als 22jährige von Idstein zu Zinzendorfs Brüdergemeinde nach Herrnhut ging und dort bis zu ihrem Tode blieb.

Verweise