Ilsenburg (Kl.)

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Das Kloster Ilsenburg ist ein Benediktinerkloster in Ilsenburg.


Geschichte

Am Ort einer königlichen Jagdpfalz entstand nicht vor dem zweiten Jahrzehnt des 11. Jahrhunderts das mehr als 600 Jahre von Benediktinern bewohnte Kloster Ilsenburg. Diese stiftete Bischof Arnulf von Halberstadt. Der frühere Kaplan Kaiser Otto III. hatte sich lebhaft an der Politik im östlichen Sachsen beteiligt, wie der Chronist Thietmar von Merseburg überliefert. Kaiser Heinrich II. beurkundete am 15. April 1003 die Schenkung der Elysynaburg an das Bistum Halberstadt.

Der Ausbau der kaiserlichen Jagdpfalz zu einem Kloster zog sich bis 1020 hin. Bischof Arnulf berief Mönche aus dem Kloster Fulda nach Ilsenburg und stattete die Neugründung mit dem königlichen Schenkungsgut von 1003 aus. Arnulf überließ dem neuen Kloster aus seinem Besitz umfangreiche Güter in der Region zwischen Ilsenburg und Osterwieck.

Blütezeit

Die Blütezeit des über 500 Jahre bestehenden Klosters lag zwischen dem ausgehenden 11. und dem 13. Jahrhundert. Zahlreiche durch Kauf und Schenkungen erworbene Besitzungen ließen es zu einem der reichsten Benediktinerklöster zwischen Weser und Elbe aufsteigen. Nachdem Bischof Burchard II. den Mönch Herrand als Abt eingesetzt hatte, gewann Ilsenburg seit etwa 1070 auch auf geistigem Gebiet zunehmend an Bedeutung. Von hier aus wurden in der Folgezeit verschiedene Klöster neu eingerichtet oder reformiert, wie Huysburg, Harsefeld bei Stade, Hillersleben bei Magdeburg und Wimmelburg bei Eisleben.

Die Reformierung des Klosterlebens in Ilsenburg fand ihren baulichen Ausdruck in der Errichtung einer größeren Kirche, die am 5. Juni 1087 von Burchard II. den Heiligen Peter und Paul geweiht wurde. Ihr dreischiffiger Chor, der wiederum in drei Apsiden endete, ist in der Kirchenbaukunst des Benediktinerordens im damaligen deutschen Reich erstmals nachweisbar. Der reich verzierte Fußboden aus Gipsestrich stammt aus der Zeit um 1200 und gehört heute zu den Kostbarkeiten romanischer Kunst im deutschen Raum. Die zum Teil noch erhaltenen Klausurgebäude wurden zwischen 1120 und 1176 errichtet, nachdem Feuer die Vorgängerbauten zerstört hatte. Zum Konvent gehörten zeitweise 25 Mönche. Seit 1464/65 war die Abtei Mitglied der Bursfelder Kongregation des Benediktinerordens.

Vernichtung durch gottlose Reformatoren

Das an der Südseite der Kirche gelegene Kloster mit Kreuzgang und Marienkapelle wurde in der Zeit von „Reformation“ und Bauernkriegen größtenteils zerstört.

Verweise