In meinem Herzen hab' ich mir

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche
  • Versmaß: |: 8 - 4 - 7 :| 4 - 4 - 4 - 7


Links der Psalm in der Übersetzung von Martin Luther, rechts die auf dem Luther-Text basierende Psalm-Dichtung von Kornelius Becker.

Psalm nach Luther Psalmlied von Kornelius Becker
1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jeduthun.
2 Ich habe mir vorgesetzt: Ich will mich hüten,

daß ich nicht sündige mit meiner Zunge.
Ich will meinen Mund zäumen,
weil ich muß den Gottlosen vor mir sehen.

1. In meinem Herzen hab' ich mir

gesetzet für,
ich woll' mein' Zung' bewahren.
Und wollte zäumen meinen Mund
zu aller Stund,
daß mir kein Wort entfahre.
welch's mir zur Stund
gereichen könnt'
weil ich muß sehn
in Flore stehn
für mir die gottlos Schare.

3 Ich bin verstummt und still

und schweige der Freuden und muß mein Leid in mich fressen.

4 Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe,
und wenn ich daran gedenke, werde ich entzündet;
ich rede mit meiner Zunge.

2. Ich bin verstummet und ganz still,

nach Gottes Will'
wollt' ich mein Herz gern lenken.
Und in mich fressen all mein Leid,
schweigen der Freud',
doch wenn ich dran gedenke,
mein Herz sich wendt,
im Leib entbrennt,
ich werd' entzündt,
mein Zung' tut Sünd',
ach Gott, wie tut mich's kränken.

5 Aber, HERR, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß

und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß.

6 Siehe, meiner Tage sind einer Hand breit bei dir,
und mein Leben ist wie nichts vor dir.

3. So lehr mich doch, du treuer Gott,

daß mir der Tod
das End' einmal muß geben.
Mir ist das Ziel gesetzet schon,
ich muß davon
und meinen Geist aufgeben.
Mein Tag han kaum
ein handbreit Raum,
all' Herrlichkeit
ist Eitelkeit,
wie nichts für dir mein Leben.

Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben!

7 Sie gehen daher wie ein Schemen Schatten
und machen sich viel vergebliche Unruhe;
sie sammeln, und wissen nicht, wer es einnehmen wird.

4. Wie gar nichts sind all Menschenkind,

rasend und blind,
in Sicherheit verderbet.
Sie geh'n daher ei'm Schemen gleich,
zu werden reich
ein jeder sich bewerbet.
Rennt, lauft, kratzt, scharrt,
geizt, sorgt und spart,
hat doch kein Mut
bei großem Gut,
läßt's noch wohl lachend'n Erben.

8 Nun, HERR, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich.

9 Errette mich von aller meiner Sünde
und laß mich nicht den Narren ein Spott werden.

10 Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun;
denn du hast's getan.

5. Nun Herr, wes soll ich trösten mich?

ich hoff auf dich, stell all's zu deiner Gnaden.
Mach mich von meinen Sünden quitt,
verlaß mich nit,
sonst hab' ich Spott zum Schaden.
Ich schweig und leid',
vertrag' und meid',
und trau' auf dich
ganz sicherlich,
durch dich wird nichts mißraten.

11 Wende deine Plage von mir;

denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand.

12 Wenn du einen züchtigst um der Sünde willen,
so wird seine Schöne verzehrt wie von Motten.
Ach wie gar nichts sind doch alle Menschen!

6. Wend' ab deiner Hand Straf' von mir,

sonst ich für dir
verschmacht' von deinen Plagen.
Wenn du die Sünder suchest heim
mit Straf und Pein,
wird ihre Schön[1] durchnaget,
Gleichwie die Mott'
des Kleides Tod,
macht dein Gericht
alles zunicht,
gar nichts sind Menschentage.

13 Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien

und schweige nicht über meine Tränen;
denn ich bin dein Pilger und dein Bürger wie alle meine Väter.

14 Laß ab von mir, daß ich mich erquicke,
ehe ich den hinfahre und nicht mehr hier sei.

7. Herr, hör' mein Bitt', vernimm mein G'schrei,

schweig nicht dabei,
mein Tränen zahl mit Fleiße,
du weißt, Herr, daß ich dein Pilgrim
und Bürger bin,
nach meiner Väter Weise,
laß von mir ab,
daß ich mich lab'
an deinem Wort,
eh ich muß fort
und sein der Würmer Speise.

Verweise


Einzelnachweise

  1. Schönheit