Iwan VI. Antonowitsch

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  • * 23. August 1740 in Sankt Petersburg
  • Eltern: Anton Ulrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern (1714–1774) und seine Frau Anna Leopoldowna (1718–1746)
  • † 16. Juli 1764 in der Festung Schlüsselburg


Iwan VI. Antonowitsch war Imperator Rußlands 1740-1741.


Leben

Iwan VI. gehörte zu den tragischen Figuren auf dem Zarenthron. Im Alter von zwei Monaten wurde er am 17. Oktober 1740 zum Zaren und Imperator inthronisiert und bereits am 25. November 1741 gestürzt.

Thronfolge

Iwan wurde nach der Geburt von seiner Großtante, Zarin Anna Iwanowna (1693–1740), zum russischen Thronfolger ernannt. Die Kaiserin folgte damit dem Testament von Peter I.. Peter der Große bestimmte darin kurz vor seinem Tod, daß der jeweils regierende Zar seine Nachfolger selbst ernennen darf.

Diese neue Thronfolgeregelung zeitigte erhebliche Schwierigkeiten, da die Zaren nun ernannt und nicht mehr durch das Erstgeburtsrecht bestimmt wurden, und führte zu großen Intrigen am Hofe. Jeder Prinz bzw. Prinzessin wurde zum potentiellen Nachfolger und viele Mitglieder des Hauses Romanow machten sich Hoffnung auf eine Thronbesteigung.

Regentschaft und Gefangenschaft

Als Regenten für den minderjährigen Enkel ihrer Schwester ernannte Zarin Anna dessen Mutter und ihren Favoriten Ernst Johann von Biron. Doch Anna Leopoldowna ließ Biron schon nach wenigen Wochen stürzen, war selbst aber zur Regierung weder befähigt noch bereit. So kam es bereits im Jahre 1741 zum politischen Umsturz. Die Tochter Peters I., Elisabeth Petrowna, entthronte den Säugling und konnte die Macht für die nächsten 20 Jahre an sich reißen. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern lehnte ihre Politik sich Frankreich an. Damit beendete die neue Zarin zunächst das gute Verhältnis zu Österreich.

Die gestürzte Regentin Anna Leopoldowna und ihr politisch schwacher Ehemann Anton Ulrich wurden in das Kloster Cholmogory[1] verbannt. Der abgesetzte Iwan VI. wurde von seinen Eltern getrennt gefangen gehalten. Anton Ulrich und seine Frau sahen ihren ältesten Sohn nie wieder. Nach dem Regierungsantritt von Zarin Katarina II. (1729–1796) wurde Iwan VI. im Jahre 1764 nach 23jähriger Haft in Schlüsselburg bei Sankt Petersburg ermordet - angeblich im Laufe eines Befreiungsversuchs. Die Erinnerung an ihn wurde bewußt ausgelöscht. Iwan VI. ist der einzige russische Kaiser, dessen Begräbnisort bis heute unbekannt ist.

Familie

Iwan VI. hatte noch vier jüngere Geschwister, die in Gefangenschaft geboren wurden:

  • Katarina (26. Juli 1741–21. April 1807)
  • Elisabeth (16. November 1743–20. Oktober 1782)
  • Peter (30. März 1745–30. Januar 1798)
  • Alexej (10. März 1746–23. Oktober 1787)

Iwans Geschwister wurden zusammen mit ihren Eltern gefangengehalten, denn nach der Thronfolgeregelung Anna Iwanownas galten auch sie als mögliche Thronanwärter und deshalb als potentielle Gefährdung der jeweils regierenden Zaren, wenn auch in der Öffentlichkeit nichts über ihre Existenz bekannt gewesen sein dürfte. Sie wuchsen unter ständiger Bewachung und ohne jegliche Möglichkeit, Bildung zu erwerben auf. Ihr Vater durfte ihnen nicht einmal Lesen und Schreiben oder seine Muttersprache Deutsch beibringen. Erst 1780 entließ Katarina II. diese Geschwister zu ihrer Tante, der Königinwitwe von Dänemark, Juliane Marie von Braunschweig, wo sie in Horsens in Jütland zurückgezogen lebten.

Verweise



Einzelnachweise

  1. südwestlich von Archangelsk