Janke, Johann Ernst

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Johann Ernst Theodro Janke war ein pommerscher Theologe und Beamter.


Leben

Johann Ernst Janke war der Sohn eines pommerschen Gutsbesitzers. Er besuchte Gymnasien in Neustettin und Stettin und die Universität in Halle, wo er Theologie studierte. Anschließend war er als Hauslehrer tätig, worauf er als Konrektor der lutherischen Schule nach Warschau ging.

1807 ging er nach Königsberg, wo er nach Zwischentätigkeiten in das Kollegium der Kathedralschule aufgenommen wurde. 1811 gründete er zusammen mit anderen die Königin-Luise-Stiftung und lehrte dort zwei Jahre lang unentgeltlich. Gleichzeitig wurde er Mitglied des Deutschen Bundes, einer staatsfeindlichen Geheimorganisation um den „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn.

1809 wurde er Lehrer in der Fürstenfamilie Radziwill. Dort lernte ihn Karl August von Hardenberg kennen und schätzen. 1812 wurde er zum Hofrat in dessen Staatskanzlei berufen und füllte zu Hardenbergs Zufriedenheit mehrere diplomatische Aufträge aus. Im Zuge seiner Verbeamtung bekannte er seine Mitgliedschaft im Deutschen Bund und lieferte den Behörden Informationen zu dessen Zielen.

Allerdings wurden entgegen seiner Empfehlung nicht alle Dokumente des Bundes beschlagnahmt, was ihm später zum Verhängnis werden sollte. Sein Verrat am Deutschen Bund machte ihn zum Denunziationsobjekt linker Kreise. So wurde beim Wartburgfest 1817 seine Denkschrift „Der neuen Freyheitsprediger Constitutionsgeschrey“ symbolisch verbrannt.

In den Befreiungskriegen meldete er sich als Freiwilliger und stieg zum Offizier auf. Er wurde so Adjutant von General Friedrich Erhard von Röder und in dessen Auftrag ebenfalls Adjutant bei General Michail Andrejewitsch Miloradowitsch. Nach dem Krieg heiratete er und bildete sich für eine höhere Laufbahn im Beamtendienst weiter. Daraufhin ging er als Regierungsassessor der preußischen Regierung nach Potsdam. Der Minister seiner Behörde, Friedrich von Schuckmann, mißtraute ihm jedoch stets.

1819 wurde Janke informiert, daß seine Schrift über die Interna des Deutschen Bundes und andere Dokumente entwendet worden seien. Minister Wilhelm zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein bat ihn, für interne Zwecke erneut seine Kenntnisse des Bundes niederzuschreiben. Zwar kam Janke diesm Wunsche nach, doch wurde er wiederum bei linksorientierten Regierungskreisen denunziert. Schließlich wurde er in das ungemütliche Köslin versetzt und bald pensioniert.

Als Pensionär versuchte sich Janke als Schriftsteller und Zeitungsredakteur. Später verlor einen großen Teil seines Vermögens und wurde schließlich geisteskrank. Seine letzten Jahre verbrachte er in einer Heilanstalt in Leopoldsfried bei Kolberg.

Verweise