Jesu, du mein liebstes Leben

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche


Die Weise bei Johann Sebastian Bach

  • Jesu, du mein liebstes Leben / Jesu, meine Freud und Wonne. Zweigeteilter Choral aus dem Weihnachtsoratorium
  • Jesu, du mein liebstes Leben. Vierstimmiger Choralgesang BWV 356


Text der Hymne

1. Jesu, du mein liebstes Leben,
meiner Seelen Bräutigam.
der du dich für mich gegeben
an des bittern Kreuzesstamm,
Jesu, meine Freud und Wonne,
du mein' Hoffnung, Schatz und Teil,
mein Erlösung, Schmuck und Heil,
Hirt und König, Licht und Sonne,
ach, wie soll ich würdiglich,
mein Herr Jesu, preisen dich?


2. O du allerschönstes Wesen,
o du Glanz der Herrlichkeit,
von dem Vater auserlesen
zum Erlöser in der Zeit,
ach ich weiß, daß ich auf Erden,
der ich bin ein schnöder Knecht,
heilig selig und gerecht
sonder[1] dich kann nimmer werden,
Herr, ich bleib ein böser[2] Christ,
wo dein Hand nicht mit mir ist.


3. Ei so komm, du Trost der Heiden,
komm, mein Liebster, stärke mich!
Komm, erquicke mich mit Freuden,
komm und hilf mir gnädiglich!
Eile bald mich zu erleuchten,
Gott, mein Herz ist schon bereit,
komm mit deiner Süßigkeit,
Leib und Seele zu befeuchten,
komm, du klares Sonnenlicht,
daß ich ja verirre nicht!


4. Komm, mein Liebster, laß mich schauen,
wie du bist so wohl gestalt'
schöner als die schönsten Frauen,[3]
allzeit lieblich, nimmer alt!
Komm du Aufenthalt der Siechen,
komm du lichter Gnadenschein,
komm, du süßes Blümelein
laß mich deinen Balsam riechen
du mein Leben komm heran,
daß ich dein genießen kann!


5. Ach wie wird dein freundich's Blicken,
allerliebster Seelenschatz
meinen Geist in mir erquicken
und ihn führen auf den Platz,
da er solche Lust empfindet,
die nicht zu vergleichen ist:
Deine Lieb', Herr Jesu Christ
ist es, die mich ganz entzündet
die mein Herz zu Tag und Nacht
auch im Leiden freudig macht.


6. Schaff' in mir noch hier auf Erden,
daß ich wie ein Bäumlein fest,
dir mög' eingepflanzet werden,
diesen Schatz halt' ich für's Best'
auch viel höher als Rubinen,
teurer als den güldnen Sand,
schöner als den Diamant,
die zur bloßen Hoffahrt dienen,
besser als der Perlen Schein,
wenn sie noch so köstlich sein.


7. O du Paradies der Freuden,
das mein Geist mit Schmerzen sucht,
o du starker Trost im Leiden,
o du frische Lebensfrucht,
o du himmelssüßer Bissen,
wie bekommst du mir so wohl,
ja mein liebster Schatz, der soll,
mich in höchster Wollust küssen,
gib mir deinen zarten Mund,
denn so wird mein Herz gesund.[4]


8. Herr, ich bitte dich, erzeige,
daß du reden willst mit mir,
und die Welt ganz in mir schweige,
treibe deinen Glanz herfür,
daß ich mich bald zu dir kehre
und dein Wort, der edle Schatz
find' in meinem Herzen Platz,
daß mich deine Wahrheit lehre,
daß ich sünd- und lasterfrei,
dir mein Gott gefällig sei.zzzok


9. Lieblich sind dein' edle Hütten,
schön von Gnad' und Himmelsgunst,
da du pflegest auszuschütten,
deiner süßen Liebe Brunst.
Meine Seele, Gott, verlanget,
daß sie fröhlich möge steh'n,
und mit klaren Augen seh'n,
wie dein' hohe Wohnung pranget,
Leib und Seel erfreuen sich,
Herr, in dir ganz inniglich.


10. Wohl den Menschen, die da loben
deine Wohltat immerdar
und durch deinen Schutz von oben
sich beschirmen vor Gefahr,
die dich heißen ihre Stärke
welch' ihr Leben in der Ruh'
und der Tugend bringen zu,
daß man rühmet ihre Werke,
Christen, die allso getan
treten frei des HImmels Bahn.


11. Dieses, Jesu, schafft dein Lieben,
Jesus, Gottes liebester Sohn,
das dich in die Welt getrieben,
von des hohen Himmelsthron.
O wie tröstlich ist dein Leiden.
o wie heilig ist dein Wort,
das uns zeigt ddes Lebens Port,
da wir uns in Freuden weiden
wo die große Fürstenschar
dir zu Dienst ist immerdar.


12. Machet weit die hohen Pforten,
öffnet Tür und Tor der Welt,
wünschet Glück an allen Orten,
sehet, da kommt unser Held!
Sehet, er kommt einzuziehen
als ein Ehrenkönig pflegt,
wenn er seinen Feind erlegt.
Alles Volok soll sich bemühen,
hoch zu preisen unsern Gott,
Gott den Herren Zebaot.


13. Hochgelobet, hochgeehret
sei des Herren teurer Nam',
herrlich ist sein Reich vermehret,
das aus Gnaden zu uns kam.
Er ist Gott, der uns gegeben
Seel' und Leib auch Ehr' und Gut,
der durch seiner Engel Hut,
schützet unser Leib und Leben;
danket ihm zu aller Frist,
weil der Herr so freundlich ist.

Verweise


Einzelnachweise

  1. d. i. "ohne"
  2. "schlechter"
  3. Dieser Vergleich mit der Frauenschönheit dürfte einzig sein.
  4. Auch dieses "Stelle" mehr als pikant!