Jesu Kreuz, Leiden und Pein

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Dieses Lied über die Leidensgeschichte Jesu Xi hat 17 Strophen, die jeweils mit dem Wort „Jesus“ beginnen. Die Weise aus dem Gesangbuch der Böhmischen Brüder von 1566 übertrug sich bald auf StockmannsJesu Leiden, Pein und Tod“, welches das Lied von Herbert im 17. Jh. verdrängte.

Die Weise im Werk J. S. Bach's

Bei Johann Sebastian Bach[1] taucht lediglich das Lied Stockmanns auf, dieses allerdings recht prominent plaziert. Vertont wurden Weise und Lied in folgenden Sätzen:

  • Jesu, deine Passion. Höchst expressiver Schlußchoral der Kantate 159
  • Jesu, deine Passion. Choralfantasie aus der Kantate 182
  • Jesu, ohne Missetat im Garten vorhanden. Choral aus der Markus-Passion

Der Choral in der Johannes-Passion

  • Petrus, der nicht denkt zurück. Schlußchoral des ersten Teils (Nr. 14)
  • Er nahm alles wohl in Acht. Choral Nr. 28
  • Mein teurer Heiland / Jesu, der du warest tot. Arie Nr. 32
  • Himmel reiße, Welt erbebe / Jesu, deine Passion. Von Bach eliminiertes Ensemble (Nr. 11)

Text der Hymne

Hier zunächst lediglich zehn Strophen der Hymne:


1. Jesu Kreuz, Leiden und Pein,
dein's Heilands und Herren,
betracht, christliche Gemein,
ihm zu Lob und Ehren!
Merk, was er gelitten hat,
bis er ist gestorben,
dich von deiner Missetat
erlöst, Gnad erworben.


2. Jesus, wahrer Gottessohn
auf Erden erschienen,
fing bald in der Jugend an,
als ein Knecht zu dienen;
äußert sich der göttlich G’walt
und verbarg ihr Wesen,
lebt in menschlicher Gestalt;
daher wir genesen.


3. Jesus richtet aus sein Amt
an den Menschenkindern,
eh er ward zum Tod verdammt
für uns arme Sünder,
lehrt und rüst’ die Jünger sein,
wusch ihn’ ihre Füße,
setzt das heilig Nachtmahl ein,
macht ihn’ das Kreuz süße.


4. Jesus ging nach Gottes Will'
in’ Garten zu beten;
dreimal er da niederfiel
in sein’ großen Nöten,
rief sein’ lieben Vater an
mit betrübtem Herzen,
von ihm blutiger Schweiß rann
von Ängsten und Schmerzen.


5. Jesus da gefangen ward,
gebunden geführet
und im Rat beschweret hart
und zu Hohn gezieret;
verdeckt, verspott’ und verspeit,
jämmerlich geschlagen,
auch verdammt aus Haß und Neid
durch erdicht’ Anklagen.


6. Jesus ward früh dargestellt
Pilatus dem Heiden;
ob der wohl sein Unschuld meld’t,
dennoch mußt er leiden,
ward gegeißelt und verkleid’t,
mit Dornen gekrönet,
in seim großen Herzeleid
aufs schmählichst gehöhnet.


7. Jesus, verurteilt zum Tod,
mußt sein Kreuz selbst tragen
in großer Ohnmacht und Not,
ward daran geschlagen;
hing mehr denn drei ganze Stund’
in groß Pein und Schmerzen;
bittre Galle schmeckt sein Mund.
O Mensch, nimm’s zu Herzen!


8. Jesus rief am Kreuze laut:
»Ach, ich bin verlassen!
Hab dir doch, mein Gott, vertraut,
wollst mich nicht verstoßen.
Gnad dem, der mir Hohn beweist
jetzt in meim Elende.
Ich befehl nun meinen Geist
dir in deine Hände.«


9. Jesus ist das Weizenkorn,
das im Tod erstorben
und uns, die wir war'n verlorn,
das Leben erworben;
bringt viel Frücht zu Gottes Preis,
derer wir genießen,
gibt sein’ Leib zu einer Speis,
sein Blut zum Trank süße.


10. Jesu, weil du bist erhöht
zu ewigen Ehren:
unsern alten Adam töt',
den Geist tu ernähren;
zieh uns allesamt zu dir,
daß empor wir schweben;
begnad' unsers Geists Begier
mit deim neuen Leben.

Verweise


Einzelnachweise

  1. und wohl auch in allen Gesangbüchern seit etwa 1700