Joachim II. Hektor

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Joachim II. aus dem Geschlecht der Hohenzollern war von 1535 bis 1571 Kurfürst von Brandenburg und Herzog von Preußen.


Leben

Durch das Testament seines Vaters Joachim I. gingen die Neumark und weitere Landesteile als Markgrafschaft Brandenburg-Küstrin an seinen jüngeren Bruder Johann. Die Erbverbrüderung mit Liegnitz, Brieg und Wohlau aus dem Jahre 1537 wurde durch den Lehnsherrn, den böhmischen König, nicht bestätigt. Sie dürfte kaum Rechtskraft erlangt haben.

1542 begann Joachim II. mit dem Bau des Jagdschlosses Zum grünen Walde[1] und ließ einen Dammweg vom Berliner Stadtschloss dorthin errichten. Dieser ursprüngliche Dammweg sollte später Kurfürstendamm genannt werden. Joachim war auch Erbauer anderer wichtiger Bauten. Er stellte auch prominente Teile des Berliner Schloße fertig. Joachim gilt als passionierter Jäger.

Im Jahre 1536 wurde die ehemalige Klosterkirche der Dominikaner in Cölln[2] wurde zur Domkirche Zum Hl. Kreuz erhoben. Hier wurde nun die Grablege der Hohenzollern eingerichtet, die sich zuvor im nun aufgehobenen Kloster Lehnin befunden hatte.

Joachim eignete sich widerrechtlich wesentliche kirchliche Prärogative an und gilt somit als "Reformator" Brandenburgs. Am 1. November 1539 nahm er in Begleitung einiger Adliger erstmalig an einer Feier des lutherischen Abendmahls in beiderlei Gestalt in der Spandauer Nikolaikirche teil. Die Motive des Kurfürsten bei dieser "Reform" war ausschließlich machtpolitisch und pekuniär, er gestaltete auch den Reformationsprozeß so, daß am kultischen Leben überhaupt nichts geändert wurde.

Die bereits in den beiden Generationen vor ihm erfolgte Entmachtung der Bischöfe von Brandenburg, Havelberg und Lebus-Fürstenwalde vollendete er, indem er diesen Bischöfen auch ihre letzten Rechte nahm. Die Bischöfe waren bis zu ihrem Tode nur noch Pfarrherren ihrer jeweiligen Kathedralkirche. Anschließend wurden ihre Ämter nicht mehr besetzt, die Bistümer waren für immer erloschen. Die Klöster, deren Grundbesitz etwa 30% der Fläche Brandenburgs betrug, wurden völlig enteignet, das klösterliche Leben de facto verboten.

Im Jahre 1550 führte der Fürst ein "Neues Biergeld" von 8 Groschen/Tonne ein. Eine kurfürstliche Polizeiordnung regelte Luxus, Kleidung, Gesinde, Löhne, Gerichtsstand, Maße und Gewichte.

Im Jahre 1556 ernannte er den aus Prag eingewanderten Lippold Ben Chluchim zu seinem Kämmerer und Hoffaktor (Hofjude) und 1567 zum Münzmeister. Als Münzmeister verlegte dieser die Münze in die Poststraße 4 im Nikolaiviertel.

Ehen

  • ∞ Magdalena von Sachsen
  • ∞ Hedwig von Polen


Verweise



Einzelnachweise

  1. Heute "Jagdschloß Grunewald"
  2. Heute Ortsteil von Berlin Mitte.