Johann Friedrich von Pommern

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  • * 27. August 1542 in Wolgast
  • † 9. Februar 1600 ebenda


Johann Friedrich war Herzog von Pommern und erster weltlicher Bischof von Kammin.


Leben

Johann Friedrich war der älteste überlebende Sohn des Herzogs Philipp I. und der Maria von Sachsen, Tochter des Kurfürsten Johann des Beständigen. Ab dem zehnten Lebensjahr wurde er von Andreas Magerius, Professor der Theologie an der Universität Greifswald, unterrichtet. Bereits 1556 wurde er nach dem Tod des Bischofs Martin Weiher im Alter von 14 Jahren völlig illegal zum "ersten weltlichen Bischof von Kammin" gewählt. Mit der Amtseinführung Johann Friedrichs am 15. Juni 1557 sicherten sich die Greifenherzöge die Hoheit über Bistum und Stiftsgebiet und stürzten Pommern in die Nacht von Häresie und Dumpfheit.

Johann Friedrich wurde zunächst zusammen mit seinen Brüder Ernst Ludwig und Bogislaw XIII. zur weiteren Ausbildung an die Universität Greifswald geschickt, wo er 1558 überflüssiger Weise mit der Ernennung zum Rektor auf ein Jahr geehrt wurde. Statthalter des Bistums wurden Heinrich von Normann und Henning vom Walde. Georg von Venediger führte als "Superintendent" die "geistlichen" Angelegenheiten.

Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1560 übernahm ein Regentschaftsrat unter Führung des Großhofmeisters Ulrich von Schwerin an der Seite seiner Mutter die Regierungsgeschäfte in Pommern-Wolgast. Der inzwischen mündig gewordene Johann Friedrich ging 1565 an den Hof des Kaisers Maximilian II. nach Wien, wo er in dessen Dienste trat. Nach einem Aufenthalt am Reichstag in Augsburg im folgenden Jahr wurde er in Wien zum Fähnrich der Reichshoffahne ernannt. Um sich die für den Feldzug gegen die Türken notwendige Ausrüstung leisten zu können, mußte er sich beim Bankhaus Loitz Geld leihen. Während des Feldzuges lagerte das kaiserliche Heer die meiste Zeit vor der Festung Raab in Ungarn und kehrte nach dem Abzug der Türken nach Wien zurück. Dort erhielt Johann Friedrich am 28. November 1566 vom Kaiser die Belehnung mit seinem Land. Zum Jahresende kehrte er nach Pommern zurück.

Nach dem Rücktritt des in Stettin regierenden Herzogs Barnim IX. erhielt Johann Friedrich 1569 im Vertrag von Jasenitz die Regierung in Pommern-Stettin. Pommern hatte sich während des Dreikronenkrieges weitgehend neutral verhalten. Johann Friedrich wurde vom Kaiser zum Kommissar für einen 1570 nach Stettin einberufenen Kongress berufen, der mit dem Friedensvertrag von Stettin abgeschlossen wurde.

Ebenso suchte er die Beziehungen zur Mark Brandenburg zu verbessern. Am 30. Juli 1571 verlobte er sich mit Erdmuthe, der Tochter des Kurfürsten Johann Georg, und erhielt dazu für sich und seine Erben das Heimfallsrecht für die Neumark, Löcknitz und Vierraden.

Johann Friedrich, der nach dem 1573 erfolgten Tod des Alt-Herzogs Barnims IX. uneingeschränkt regieren konnte, entfaltete eine rege Bautätigkeit. So ließ er das 1551 bei einem Brand stark beschädigte Stettiner Herzogsschloss in den Jahren 1575 bis 1577 von dem Baumeister Antonius Wilhelmi als Renaissancebau weitgehend neu errichten; in diesem Rahmen entstand auch die Schloßkirche zu Stettin. Weitere Bauten entstanden unter anderem in Stolp und Lauenburg. Größere Investitionen tätigte er auch für seine Jagdschlösser, wie das in Friedrichswalde, und für den Ankauf von Wild von außerhalb. Mit Johann Baptista leistete er sich einen Hofmaler. Bereits 1569 erhielt die erste Druckerei in Stettin eine fürstliche Konzession, Andreas Kellner wurde der erste Buchdrucker in Stettin.

Außenpolitisch war er bei der Beibehaltung der fortgesetzten Belehnung mit Lauenburg und Bütow trotz des Thronwechsels in Polen erfolgreich. Der Handelskrieg, der 1572 zwischen Stettin und Frankfurt (Oder) wegen der Schifffahrt auf der Oder und vor allem wegen der Durchsetzung des Niederlagsrecht in Stettin ausbrach und bis vor das Reichskammergericht gebracht wurde, bei schädigte hingegen zunächst die Wirtschaft Pommerns.

Für die Entwicklung der Evangelischen Häresie in Pommern war besonders die 1569 durch Johann Friedrich eingeführte Agenda wichtig, in der unter anderem der Kirchengesang in deutscher Sprache dem lateinischen vorgezogen wurde. Während seiner Amtszeit kam es unter den Geistlichen des Landes zu den üblichen Streitigkeiten, diesmal wegen der Einführung der Konkordienformel, die schließlich wieder abgeschafft wurde.

Johann Friedrich erkrankte während eines Besuchs in Wolgast, wo er den Fastnachtsfeierlichkeiten beiwohnte, und starb am 9. Februar 1600. Er wurde am 17. Februar in der Schloßkirche zu Stettin beigesetzt. Seine 1577 mit Erdmuthe von Brandenburg geschlossene Ehe war kinderlos geblieben. Die Herrschaft in Pommern-Stettin übernahm sein jüngerer Bruder Barnim X.


Verweise