Moser, Johann Jakob

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  • * 18. Januar 1701 in Stuttgart
  • † 30. September 1785 ebenda


Johann Jakob Moser war ein württembergischer Staatsrechtslehrer.



Inhaltsverzeichnis

Leben

1721 heiratete er Friederike Rosine Vischer, Tochter des württembergischen Oberratspräsidenten Johann Jakob Vischer. Ihr ältester Sohn war der am 18. Dezember 1723 in Stuttgart geborene Friedrich Karl von Moser, Jurist wie sein Vater, politischer Schriftsteller und Staatsmann.

Lehre

500 bis 600 Bücher, nicht nur juristischen Inhalts, sondern auch mit religiösen und theologischen Themen stammen aus seiner Feder. Er war der schreibend produktivste Jurist deutscher Sprache. Dies bedeutet, dass er im Schnitt etwa jeden Monat seines Lebens als Erwachsener ein Buch produzierte.

Moser verfaßte als erster eine vollständige Darstellung des im HRRDN geltenden positiven Staatsrechtes und zwar nicht abstrakt nach einem naturrechtlich-philosophischen System, sondern durch konkrete Darstellung real geltenden Rechtsnormen, Gesetze, gerichtlicher Entscheidungen, des Herkommens, Archivalien und der Praxis der Kanzleien.

Er sammelte den vorgefundenen Rechtsstoff, systematisierte ihn und stellte ihn dann auch systematisch dar. Damit wandte er sich gegen naturrechtlich-deduktive Systeme wie die von Christian Thomasius und Christian Wolff. Gleiches gilt für seine Völkerrechtslehre, die er nicht aus naturrechtlichen Grundlagen, sondern aus der zwischenstaatlichen Praxis ableitete. Johann Jakob Moser gilt als Begründer des deutschen Staatsrechtes und des positiven Völkerrechts. Er verteidigte die althergebrachte Reichsverfassung, die sich aus einzelnen konkreten Rechtsnormen zusammensetzte und die Rechte, die „Libertäten“, die sie einzelnen Rechtsträgern gegen obrigkeitliche Ansprüche, gegen das, was später als „Absolutismus“ definiert werden würde, gewährte.

In religionsrechtlichen Fragen nahm Moser der Aufklärung gegenüber eine dezidiert kritische Haltung ein. In der 1780 erschienene Schrift Unterthänigstes Gutachten, wegen der jezigen Religions-Bewegungen: besonders in der Evangelischen Kirche, wie auch über das Kayserliche Commissionsdecret in der Bahrdtischen Sache sprach er sich etwa ausdrücklich gegen die radikalaufklärerische Position von Karl Friedrich Bahrdt aus.

Neben der Reichsstaatslehre befasste sich Johann Jacob Moser auch mit der staatsrechtlichen Lage in einzelnen der zahlreichen Territorien des Reiches. Bei deren Vielzahl und Vielfalt konnte er dies aber nicht mit gleicher inhaltlicher Geschlossenheit tun, wie er das für das Reichsrecht geleistet hatte. Seine Hauptwerke sind:

Verweise