Johannes der Täufer

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Johannes der Täufer war der letzte Prophet des Alten Bundes.

Leben

Johannes der Täufer ist der Prophet der Endzeit und Wegbereiter Jesu Christi. Er ist ein Heiliger der Kirche. Johannes war Sohn von Elisabet und dem Priesters Zacharias. Er trat um 28 n. Chr. in Galiläa und Judäa auf und lehrte in der Wüste und taufte am Jordan. Dies dürfte in Peräa geschehen sein. Johannes nährte sich von Heuschrecken und wildem Honig. Er kündigte das Kommen des Gottesreiches und eines Stärkeren an.

Ermahnung des Herodes

Herodes Antipas war verheiratet mit Phasaelis, der Tochter des Nabatäer-Königs Aretas IV. Später vermählte er sich noch mit Herodias, der Frau seines Halbbruders Herodes Boethos, der im Neuen Testament „Philippus“ genannt wird. Dies führte zu Spannungen mit seiner ersten Frau.

Diese verlegte daraufhin ihren Wohnsitz nach Machaerus, einer Grenzfestung von Antipas am Toten Meer. Von dort floh sie zu ihrem Vater, wie der Geschichtsschreiber Josephus berichtet. Die Beziehung zwischen Herodes Antipas und Aretas war bereits wegen Landstreitigkeiten belastet, die Heirat mit Herodias kränkte Aretas zusätzlich. Ein Waffengang schien unausweichlich.

Gefangennahme und Hinrichtung

Johannes wurde ins Gefängnis geworfen, kurz nachdem er Jesus getauft hatte, d. h. zu Anfang der öffentlichen Wirksamkeit Jesu. Grund dafür war, daß Johannes Herodes Antipas dafür kritisiert hatte, daß er seine Schwägerin geheiratet hatte. Herodes hielt Johannes auf der Festung Machaerus am Toten Meer gefangen. Diese Festung sicherte die Grenze zwischen dem Territorium von Antipas und dem von Aretas.

Nach einer längeren Gefangenschaft erfolgte die Hinrichtung des Johannes noch zu Lebzeiten Jesu. Salome, Tochter von Herodes’ Frau Herodias, hatte, von ihrer Mutter angestiftet, von Herodes den Kopf des Täufers als Belohnung für einen Tanz gefordert und erhalten. Ein kirchlicher Gedenktag „Enthauptung Johannes des Täufers“ wird am 29. August gefeiert.

Reliquien

Es gibt mehrere Orte, die beanspruchen, das Haupt des Heiligen als Reliquie zu besitzen. Zum einen die Kirche San Silvestro in Capite in Rom, daneben auch die Kathedrale von Amiens. Der dortigen Überlieferung zufolge brachte der Domherr von Picquigny Wallon de Sarton 1204 die Kopfreliquie als Kriegsbeute vom Vierten Kreuzzug aus Konstantinopel mit und übergab sie seinem Onkel, dem Bischof Richard de Gerberoy in Amiens.

Aber auch die Johanniskathedrale in Damaskus und die dem hl. Johannes geweihte Kirche im jordanischen Madaba beanspruchen, das Haupt des Täufers zu verwahren.

2010 wurde bei Ausgrabungen auf der Schwarzmeerinsel Sweti Iwan im Kirchenaltar des ehemaligen kaiserlichen Johannes der Täufer Klosters ein Reliquiar mit der Inschrift Johannes der Täufer gefunden. In der Urne wurden Zahn, Hand-, Fuß- und Kieferknochen sowie Tierknochen entdeckt. Bulgarische Archäologen wollen die Reliquien, die im 4. Jahrhundert n. Chr. von Konstantinopel nach Sosopol gelangten, Johannes dem Täufer zuordnen. Im Juni 2012 veröffentlichten Tom Higham von der University of Oxford und Hannes Schroeder von der Universität Kopenhagen die Ergebnisse ihrer DNA-Analyse, nach der alle Überreste von ein und demselben Mann aus dem Nahen Osten stammten, und datierten diese auf das erste Jahrhundert nach Christus.[23] Die Reliquien werden in der Kirche der heiligen Cyrill und Methodius im naheliegenden Sosopol aufbewahrt.

Verehrung

Johannes der Täufer ist Schutzpatron von Florenz und von Perth in Schottland, das deshalb lange als „St. John’s Toun“ bezeichnet wurde.

Seine Attribute in der Ikonographie sind das Fellgewand, der Kreuzstab oder ein Lamm sowie der Zeigegestus auf Jesus, oft verbunden mit dem Spruchband „Ecce Agnus Dei“. Meist wird der Heilige mager, mit langen Haaren und teils mit Flügeln dargestellt, um seine asketische und engelsgleiche Lebensweise zu betonen. Als Johannesknabe erscheint er häufig zusammen mit dem etwa gleichaltrigen Jesusknaben und Maria.

Johannes der Täufer erscheint auf der Ikonostase in orthodoxen Kirchen in der Regel an zentraler Stelle als Teil der Deësis, oder direkt rechts neben der zentralen Christus-Ikone, die Gottesmutter links von Christus. Einige orthodoxe Kirchen stellen statt Johannes den heiligen Nikolaus an dieser Stelle dar.

Taufkapellen sind häufig Johannes dem Täufer geweiht.

Als Johannisschüssel werden seit dem Mittelalter verbreitete Darstellungen mit dem Haupt des heiligen Johannes des Täufers auf einer Schüssel bezeichnet. Sie wurden vom Volk verehrt und besonders bei Kopfleiden in Hospitälern zur Schmerzlinderung herumgereicht.

Im Topkapi-Palast in Istanbul wird ein goldenes Armreliquiar ausgestellt, das die Knochen des rechten Unterarms Johannes des Täufers enthält. Die Reliquie wurde von Mehmet II. bei der Eroberung Istanbuls 1453 erbeutet. Ebenso wird ein Stück des Schädels von Johannes gezeigt.[24]

Feste

  • Hochfest der Geburt (Johannistag) - 24. Juni
  • Tag der Enthauptung Johannis des Täufers - 29. August

Rezeption

Literatur und Drama

Johannes der Täufer und die mit ihm in Verbindung stehenden Figuren, namentlich Herodes, Herodias und Salome, waren beliebte Stoffe in Literatur, Dramatik und Musik, z. B. für Oscar Wildes Drama Salome und die darauf beruhende Oper „Salome“ von Richard Strauss sowie die Erzählung Herodias von Gustave Flaubert, die dem Libretto für Jules Massenets Herodiade zugrunde liegt.

Bildende Kunst

Sowohl Michelangelo Merisi da Caravaggio (1609) als auch Bartolomeo Veneto malten ein Gemälde von Salome mit dem Kopf von Johannes dem Täufer auf einem Tablett. Freimaurertum

Johannes der Täufer gilt als Schutzpatron der Bauhütten, speziell der Steinmetze. Der Johannistag ist weltweit das Bundesfest der Johannislogen der Freimaurerei.


Verweise