Kanisius, Petrus

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Petrus Kanisius, Jesuit aus Nimwegen, ist der Zweite Apostel der Deutschen. Der Kirchenlehrer verfaßte u.a. die „Summa Doctrinae Christianae“, das wichtigste Lehrbuch der Gegenreformation. Er ruht in der St. Michaelskirche in Freiburg im Üechtland.


Leben

Petrus Kanisius trat als achtes Mitglied am 8. Mai 1543 in den Jesuitenorden ein. Im Januar 1547 berief ihn der Bischof von Augsburg, Kardinal Otto Truchseß von Waldburg, zum Konzil von Trient.

Er war Rektor und Theologieprofessor der Universität Ingolstadt und zählte zu den ersten Jesuiten, die ab 1551 nach Wien beordert wurden, um die katholischen Reformen voranzutreiben. Das Bischofsamt lehnte er ab, die Ernennung zum Administrator der Diözese Wien für die Jahre 1554 bis 1555 akzeptierte er und predigte im Februar 1556 im stets überfüllten Stefansdom. In Folge wurde das Abhalten protestantischer Gottesdienste in Privathäusern und im Rathaus verboten.

Kanisius entfaltete ein reges Wirken im süddeutschen Raum, denn sowohl Kaiser Ferdinand I. als auch Papst Gregor XIII. vertrauten ihm die Kirchenpolitik an.

Der von ihm verfaßte Katechismus, der 1555 unter dem Titel Summa doctrinae christianae erschien wurde bis zu seinem Tode 200 mal nachgedruckt und ab 1591 vom Augsburger Fürstbischof Johann Otto von Gemmingen in den Schulen eingeführt.

In seinen letzten Lebensjahren gründete er 1580 in Freiburg(Üechtland das Kollegium Sankt Michael. Die Jesuiten errichteten 1856 das Kollegium Stella Matutina in Feldkirch und 1934 das Kollegium St. Blasien. Nach seinem Tod wurde Petrus Kanisius in der Freiburger Universitätskirche St. Michael beigesetzt.

1864 wurde er selig- und 1925 von Pius XI. heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer ernannt. Leo XIII. bezeichnete ihn in der Enzyklika Militantis ecclesiae vom 1. August 1897 zum 300. Todestag als den "Zweiten Apostel Deutschlands“ nach Bonifaz von Fulda.

Verweise