Graun, Karl Heinrich

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Karl Heinrich Graun war ein Komponist aus der Lausitz.


Leben

Für die Hochzeitsfeierlichkeiten des preußischen Kronprinzen Friedrich und der bevernschen Prinzessin Elisabeth Christine schrieb Graun die Oper Lo Specchio della Fedelta, die im Jahre 1733 in Salzdahlum ihre Uraufführung hatte.

Im Jahr 1740, nach Friedrichs Thronbesteigung, wurde Graun zum Kapellmeister ernannt und nach Italien geschickt, um für die in Berlin zu errichtende Italienische Oper Sänger und Sängerinnen zu gewinnen. Mit seiner Oper Cesare e Cleopatra wurde die neuerbaute Königliche Hofoper Unter den Linden am 7. Dezember 1742 eröffnet.

Nach Berlin und zu seinem Amt zurückgekehrt, wendete er sich ganz und gar der Oper zu und traf den Geschmack des Königs und der Öffentlichkeit so sehr, daß er bald als Star des Berliner Opernwesens dastand und sich als solcher bis zu seinem Tod behaupten konnte. Seine Opern bildeten neben den Werken von Johann Adolf Hasse die Stütze des Berliner Opernprogrammes.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte Graun mit der Damenisation ein festgesetzte Tonhöhen bezeichnendes, vollständig chromatisiertes Silbensystem, das an die Stelle der Solmisation treten sollte.

Graun war zweimal verheiratet und hatte mit seiner ersten Frau eine Tochter, die gleichfalls Sängerin wurde, sowie vier Söhne aus zweiter Ehe.

Sein Grab befand sich an der in den letzten Kriegstagen 1945 zerstörten Petrikirche Köln am Mühlendamm, deren Reste 1964 vollständig abgerissen wurden.

Werk

Mit dem Auftreten Glucks verschwanden Grauns Opern für immer vom Repertoire, dagegen hat sich seine 1755 erstmals aufgeführte Passionsmusik "Der Tod Jesu“ an verschiedenen Orten, besonders bei der Sing-Akademie zu Berlin, lange Zeit in den Konzertprogrammen gehalten. Die Singakademie führte das Werk noch jahrzehntelang als Karfreitagsmusik auf, bis es nach der Wiederentdeckung von Bachs Passionen durch diese ersetzt wurde.

Außer der Passionsmusik und 28 Opern hinterließ Graun noch einige Instrumentalkompositionen sowie viele kirchenmusikalische Werken, darunter ein Te Deum.

Geistliche Musik

  • Kommt her und schaut (Große Passion)
  • Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld (Die kleine Passion). Passionskantate, wohl vollständig ins Pasticcio "Wer ist der, so von Edom kommt" eingegangen.
  • Te Deum laudamus (Te Deum): Hörte Friedrich II. nach Ende des 7jährigen Krieges in Charlottenburg.
  • Du, dessen Augen flossen (Der Tod Jesu). Passionskantate, 1755
  • Mache dich auf, werde licht. Weihnachtsoratorium
  • Osteroratorium
  • Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses. Motette
  • Lasset uns freuen und fröhlich sein. Motette
  • Machet die Tore weit. Motette zum 1. Advent

Bühnenwerke

Titel Titel Jahr Zahl der Akte Infos
Polidorus 1726 5 oder 1731
Die in ihrer Unschuld siegende Sinilde 1727
Iphigenia in Aulis 1728 3
Skipio Afrikanus 1732 3
Lo specchio della fedeltà 1733 3
Pharao Tubaetes 1735 5
Rodelinda, die Königin der Langobarden 1741 3
Kleopatra und Kaesar 1742 3
Artaserse 1743 3
Katone in Utika 1743 3
Alexander und Poro 1744 3
Lucio Papirio (Zeno) 1744 3
Adriano in Syrien 1746 3
Demofoonte 1746 3
Kajo Fabrizio 1746 3
Le feste galanti 1747 Festa teatrale
Zinna 1748 3
L'Europa galante 1748 5 Festa teatrale
Ifigenie in Aulis Ifigenia in Aulide 1748 3
Angelika und Medoro Angelica e Medoro 1749 3
Koriolan Coriolano 1749 3 Tragedia per musica
Fetonte 1750 3 Tragedia per musica
Il Mithridate 1751 3 Tragedia per musica
Armida 1751 3
Britannico 1751 3 Tragedia per musica
L'Orfeo 1752 3 Tragedia per musica
Il giudizio di Paride 1752 1 Pastorale per muscia
Silla 1753 3
Semiramide 1754 3
Montezuma 1755 3 Tragedia per musica, Libretto von Friedrich II.
Ezio 1755
I fratelli nemici 1756 3 Tragedia per musica
Merope 1756 3 Tragedia per musica

Weltliche Vokalmusik

  • Sechs italienische Kantaten
  • Lieder, in: Friedrich Graefes Sammlung verschiedener und auserlesener Oden, 1743

Instrumentalwerke

  • Viele Instrumentalkonzerte, Sinfonien, sowie Kammermusik aller Art.


Verweise