Karl VII. Albrecht

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Kaiser Karl VII. Albrecht


Karl Albrecht von Bayern aus dem Hause Wittelsbach war deutscher König und Kaiser.


Leben

Karl wurde in Brüssel als Sohn des bayerischen Kurfürsten Maximilian II. Emanuel und dessen zweiter Gattin, Therese Kunigunde, der Tochter des polnischen Königs Johann III. Sobieski, geboren.

Am 6. August 1715 wurde Karl Albrecht volljährig und damit formell regierungsfähig. Vom 3. Dezember 1715 bis zum 24. August 1716 unternahm er eine Bildungsreise nach Italien und beteiligte sich 1717 mit einem bayerischen Truppenkontingent am Feldzug gegen die Türken. Bei den Aufenthalten am kaiserlichen Hof in Wien lernte er seine zukünftige Gattin Maria Amalia, die jüngere Tochter des verstorbenen Kaisers Josephs I., kennen. Die Vermählung mit Erzherzogin Maria Amalia fand am 5. Oktober 1722 statt. Zwar hatte Bayern auf Thronansprüche gegenüber Habsburg durch diese Heirat offiziell verzichtet, dennoch eröffnete sie Perspektiven für einen Erbanspruch auf österreichische Besitzungen.

Auf einer mehrwöchigen Reise mit seinen Brüdern nach Frankreich, auf der Karl am 5. September 1725 an der Hochzeit König Ludwigs XV. teilnahm, knüpfte er Kontakte zum französischen Hof.

Wahl

Am 24. Januar 1742 wurde Karl vierundvierzigjährig einstimmig zum Deutschen König gewählt. Zum ersten Mal seit über dreihundert Jahren wurde kein Habsburger zum Kaiser gewählt. Die Wahl fand während des Österreichischen Erbfolgekrieges statt. Über Dresden und München zog er nach Frankfurt zur Kaiserkrönung. Am 12. Februar 1742 erfolgte die prunkvolle Krönung durch seinen Bruder Clemens August.

Seinem glücklosen Feldmarschall Graf Ignaz von Törring schrieb er einen Tag nach dem Fest:

"Meine Krönung ist gestern vor sich gegangen mit einer Pracht und einem Jubel ohne gleichen, aber ich sah mich zur gleichen Zeit von Stein- und Gichtschmerzen angefallen – krank, ohne Land, ohne Geld kann ich mich wahrlich mit Hiob, dem Mann der Schmerzen, vergleichen."

Die Wähler

Die Kurfürsten von Bayern und Köln hatten ihre Kurwürde nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekrieges 1714 zurückerhalten, so daß es nun neun Kurfürsten gab. Nach dem Tode Kaiser Karls VI. war der Kurfürst von Bayern in Böhmen einmarschiert und hatte sich zum König krönen lassen, wodurch er sich zwei Kurstimmen sicherte und Maria Teresia, die Königin von Ungarn, von der Wahl ausschloß. Maria Teresia erkannte die Wahl bis nach dem Tod des Kaisers nicht an.

  1. Philipp Karl von Eltz, Kurfürst und Erzbischof von Mainz
  2. Franz Georg von Schönborn-Buchheim, Kurfürst und Erzbischof von Trier
  3. Clemens August I. von Bayern, Kurfürst und Erzbischof von Köln
  4. Karl VII., König von Böhmen und Kurfürst von Bayern
  5. August III., Kurfürst von Sachsen, auch König von Polen
  6. # Friedrich II., König in Preußen
  7. Karl III. Philipp, Pfalzgraf bei Rhein
  8. Georg II., Kurfürst von Hannover, auch König von Großbritannien

Nach dem Tode Kaiser Karls VI. am 20. Oktober 1740 war der Kurfürst von Bayern in Böhmen einmarschiert und hatte sich zum König krönen lassen, wodurch er sich zwei Kurstimmen sicherte und Maria Teresia, die Königin von Ungarn, von der Wahl ausschloß. Maria Teresia erkannte die Wahl bis nach dem Tod des Kaisers nicht an.

Herrschaft

Karl VII. war von 1742 bis 1745 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Damit war er der erste Nicht-Habsburger auf dem Kaiserthron seit 1437 und – 400 Jahre nach seinem Stammvater Ludwig IV. – der dritte Wittelsbacher auf dem römisch-deutschen Thron.

Ehe

Kaiser Karl VII. heiratete am 5. Oktober 1722 in Wien die Erzherzogin Maria Amalie von Österreich, Tochter Kaiser Josephs I. und seiner Frau Amalia Wilhelmine von Braunschweig-Lüneburg. Mit ihr hatte er sieben Kinder:

  1. Maximiliane Maria (*/† 1723)
  2. Maria Antonia Walburgis Symphorosa (1724–1780) ∞ 1747 Kurfürst Friedrich Christian von Sachsen
  3. Teresia Benedicte Maria (1725–1743)
  4. Maximilian III. Joseph (1727–1777) ∞ 1747 Prinzessin Maria Anna Sophia von Sachsen (1728–1797)
  5. Joseph Ludwig (1728–1733)
  6. Maria Anna Josepha (1734–1776) ∞ 1755 Markgraf Ludwig Georg Simpert von Baden-Baden (1702–1761)
  7. Maria Josepha Antonia Walburga Felizitas Regula (1739–1767) ∞ 1765 Kaiser Joseph II. (1741–1790)

Aus seiner Verbindung mit Maria Caroline Charlotte von Ingenheim (Schwester des Feldmarschall-Leutnants Karl Wilhelm von Ingenheim) hatte er einen Sohn:

  • Franz Ludwig Graf von Holnstein (1723–1780) ∞ Anna Marie zu Löwenfeld (1735–1783), Tochter des Kölner Erzbischofs Clemens August I. von Bayern

Tod

Als Österreich durch den Ausbruch des Zweiten Schlesischen Krieges die Hände gebunden waren, konnte der Kaiser am 23. Oktober 1744 in München einziehen. Noch während des Krieges starb der Kaiser am 20. Januar 1745 an der Gicht. Er wurde in der Theatinerkirche zu München beigesetzt; sein Herz wurde getrennt bestattet und befindet sich in der Gnadenkapelle von Altötting. Georg Philipp Telemann schrieb für ihn eine Trauermusik mit dem Titel „Ich hoffete aufs Licht“.

Verweise