Kluniazensische Refom

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Die Kluniazensische Reform war eine geistliche Reformbewegung der Kirche im 9. Jh.


Geschichte

Die Kluniazensische Reform erfaße zuerst das Klosterleben und sodann das Papsttum. Ausgelöst hatte die Reform der moralische Niedergang der Kirche im „dunklen Jahrhundert“ der Kirchengeschichte, als nach dem Ende der Karolinger das kirchliche Leben moralisch auf einen Tiefpunkt gesunken war und sich schwere Mißstände entwickelt hatten.

Schon mit dem ersten Abt Berno wurde eine Hinwendung zu alten monastischen Idealen begonnen, die dann von Abt Odo fortgesetzt wurde. Die consuetudines Cluniacenses breiteten sich schnell in Südfrankreich aus und fanden auch in Italien Nährboden. Hier besonders in St. Maria Aventinese und Montekassino. Neben der Rückbesinnung auf benediktinische Grundsätze in der Variante des Benedikt von Aniane und einer gesteigerten Spiritualität inklusive des Zeremoniendienstes und des Mirakelglaubens wurde auch schnell die Befreiung aus der weltlichen Abhängigkeit betrieben, die neben der Exemtion aus dem zuständigen Diözesensprengel auch die Arrondierung des Klosterbesitzes und die Einforderung der Gerichtsbarkeit für das Herrschaftsgebiet einschloß.

Dabei fiel die von Cluny ausgehende Bewegung mit einer kirchenrechtlichen Entwicklung zusammen, eine Stärkung der Bischöfe zu fordern, dies aber vor allem gegenüber den entsprechenden weltlichen Herrschern und immer mit Blick auf ein starkes Papsttum, von wo man gerade die Unabhängigkeit der kleineren Bistümer meinte bestens wahren zu können.

Mit dem 11. Jh., insbesondere unter Abt Odilo, fand dann eine kirchenpolitische Wendung der Reform statt. Zurückführen läßt sich dies auf die häufige Anwesenheit der eximierten Mönche in Rom, wo die wenig von weltlichen Herrschern eingeschränkten Mönche nun einen Papst vorfanden, der als geistliches Oberhaupt seiner Kirche keineswegs frei von derartigen Zwängen war. Die Wahl und Einsetzung des Papstes fand sich damals beinahe vollständig in der Hand des römischen Stadtadels. Andere außerkirchliche Einflüsse kamen hinzu. Der Kampf gegen diese Einflußfaktoren, gegen Simonie und Nikolaitismus, wiederum klerikalisierte die einst monastisch geprägte Reform. Unter v. a. der Mitwirkung von Humbert von Silva Candida, Anselm von Lucca und Hildebrand beeinflußte so die Kluniazensische Reform als Klosterreform die Gregorianische Reform als Kirchenreform.

Hauptgedanken der Reform

  1. strenge Beachtung der Benediktsregel
  2. größte Gewissenhaftigkeit bei den täglichen Gottesdiensten
  3. Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches
  4. Erinnerung an die Vergänglichkeit des Irdischen mit der Mahnung: Bedenke, daß du sterben mußt.

Daneben standen eine Reform der Klosterwirtschaft und Loslösung der Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der Bischöfe; die Klöster wurden direkt dem Schutz des Papstes unterstellt. Im Streit zwischen Kaiser und Papst unterließ es Kluny, Partei zu ergreifen, stand aber in Fragen der Simonie und des Zölibats auf Seiten der Reformpäpste.


Verweise