Komm, du süße Todesstunde

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Komm, du süße Todesstunde ist eine Kantate von Johann Sebastian Bach.


Das Werk

Die Weimarer Fassung führte den Cf. in der Orgel. Die Leipziger Fassung zu Mariä Reinigung ist mit voalem Cf in Satz 1 (Sopran) und mit Quer- statt Blockflöten. Die Zuweisung an Mariä Reinigung ist nicht zwingend, d. h. auch diese Fassung wurde in Leipzig am 16 post Trinitatis aufgeführt.

Text der Kantate

Corale Duetto: Komm, du süße Todesstunde

Komm, du süße Todesstunde,
da mein Geist
Honig speist
aus des Löwen Munde.

Herzlich tut mich verlangen
nach einem selgen End,
weil ich hie bin umfangen
mit Trübsal und Elend.

Mache meinen Abschied süße,
säume nicht,
letztes Licht,
daß ich meinen Heiland küsse.

Ich hab Lust abzuscheiden
von dieser bösen Welt,
sehn' mich nach himml’schen Freuden,
o Jesu, komm nur bald!

Recitativo: Welt, deine Lust ist Last

Welt, deine Lust ist Last,
dein Zucker ist mir als ein Gift verhaßt.
Dein Freudenlicht
ist mein Komete,
und wo man deine Rosen bricht,
sind Dornen ohne Zahl
zu meiner Seele Qual.
Der blasse Tod ist meine Morgenröte,
mit solcher geht mir auf die Sonne
der Herrlichkeit und Himmelswonne.
Drum seufz ich recht von Herzengrunde
nur nach der letzten Todesstunde.

Ich habe Lust, bei Christo bald zu weiden,
ich habe Lust, von dieser Welt zu scheiden.

Aria: Mein Verlangen

Mein Verlangen
ist, den Heiland zu umfangen
und bei Christo bald zu sein.

Ob ich sterblich’ Asch und Erde
durch den Tod zermalmet werde,
wird der Seele reiner Schein
dennoch gleich den Engeln prangen.

Recitativo: Der Schluß ist schon gemacht

Der Schluß ist schon gemacht,
Welt, gute Nacht!
Und kann ich nur den Trost erwerben,
in Jesu Armen bald zu sterben:
Er ist mein sanfter Schlaf.
Das kühle Grab wird mich mit Rosen decken,
bis Jesus mich wird auferwecken,
bis er sein Schaf
führt auf die süße Lebensweide,
daß mich der Tod von ihm nicht scheide.
So brich herein, du froher Todestag,
so schlage doch, du letzter Stundenschlag!

Coro: Wenn es meines Gottes Wille

Wenn es meines Gottes Wille,
wünsch ich, daß des Leibes Last
heute noch die Erde fülle,
und der Geist, des Leibes Gast,
mit Unsterblichkeit sich kleide
in der süßen Himmelsfreude.
Jesu, komm und nimm mich fort!
Dieses sei mein letztes Wort.

Corale: Der Leib zwar in der Erden

Der Leib zwar in der Erden
von Würmern wird verzehrt,
doch auferweckt soll werden,
durch Christum schön verklärt,
wird leuchten als die Sonne
und leben ohne Not
in himml’scher Freud und Wonne,
was schadt mir denn der Tod?

Verweise