Konzil von Chalkedon

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche
  • 4. Ökumenisches Konzil
  • Papst: Leo I.
  • einberufen von: Kaiser Markian
  • Dauer: 8. Oktober bis Anfang November 451


Das Konzil von Chalkedon entschied den Streit um das Verhältnis zwischen der göttlichen und der menschlichen Natur in Jesus Christus. Gegen den Monophysitismus[1] definierte es Christus als wahren Gott und wahren Menschen zugleich, und zwar "unvermischt und ungetrennt". christologische Bekenntnis des Konzils von Chalkedon setzte in der Kirche den Rahmen für alle weiteren Entwicklungen der Christologie:


"Wir folgen also den heiligen Vätern und lehren alle übereinstimmend: Unser Herr Jesus Christus ist als ein und derselbe Sohn zu bekennen, vollkommen derselbe in der Gottheit vollkommen derselbe in der Menschheit, wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch derselbe, aus Vernunftseele und Leib, wesensgleich dem Vater der Gottheit nach, wesensgleich uns derselbe der Menschheit nach, in allem uns gleich außer der Sünde, vor Weltzeiten aus dem Vater geboren der Gottheit nach, in den letzten Tagen derselbe für uns und um unseres Heiles willen [geboren] aus Maria, der jungfräulichen Gottesgebärerin, der Menschheit nach, ein und derselbe Christus, Sohn, Herr, Einziggeborener in zwei Naturen unvermischt, unverändert, ungeteilt und ungetrennt zu erkennen, in keiner Weise unter Aufhebung des Unterschieds der Naturen aufgrund der Einigung, sondern vielmehr unter Wahrung der Eigentümlichkeit jeder der beiden Naturen und im Zusammenkommen zu einer Person und einer Hypostase, nicht durch Teilung oder Trennung in zwei Personen, sondern ein und derselbe einziggeborene Sohn, Gott, Logos, Herr, Jesus Christus, wie die Propheten von Anfang an lehrten und er selbst, Jesus Christus, uns gelehrt hat, und wie es uns im Symbol der Väter überliefert ist.[2]

Folgen des Konzils

Die beim Konzil von Chalkedon gefundene Einigung fand Widerspruch. Papst Leo I., war zwar mit den theologischen Ergebnissen des Konzils vollständig einverstanden, nahm jedoch starken Anstoß am 28. Kanon, der in Revision des ersten Konzils von Konstantinopel (381) die Stellung von Konstantinopel als dem Neuen Rom bestätigte und dem Patriarchen von Konstantinopel nicht nur Jurisdiktion über die wichtigen Erzdiözesen von Pontus, Asia und Thrakien gab, sondern auch den 381 festgelegten Ehrenvorrang Roms vor Konstantinopel beseitigte.

Dabei wurden für die Sonderstellung sowohl des alten als auch des neuen Rom politische Gründe angegeben.[3] Bereits die Legaten Leos hatten dieser Formulierung energisch widersprochen. Obwohl Kaiser Markian die Beschlüsse des Konzils 452 zum Gesetz erklärte, annullierte Leo den 28. Kanon und protestierte in schärfsten Ausdrücken dagegen und gegen Patriarch Akakios von Konstantinopel; er weigerte sich zwei Jahre lang, Chalkedon zu ratifizieren.

Letztlich wurden von ihm alle Kanones mit Ausnahme des 28. bestätigt. Die Päpste bestehen daher bis heute zu Recht auf dem Primat des römischen Bischofs über die Gesamtkirche, der bis heute von den orthodoxen Kirchen abgelehnt wird.

Zitate

In Chalkedon fand die vierte Synode von 360 Bischöfen statt, sie richtete sich gegen Eutyches, einen Bischof von Alexandria, der behauptete, es gäbe nur eine Natur des Wortes Gottes und des Fleisches. Diese Irrleher wurde zugleich mit der nestorianischen verdammt und der katholische Glaube wurde bestätigt, nach dem Christus zwar göttliche und menschliche Natur, aber nur eine Person hat.[4]


Verweise



Einzelnachweise

  1. genauer Miaphysitismus
  2. Glaubensentscheidung des Konzils von Chalkedon, zitiert nach Josef Wohlmuth (Hrsg.): Concilium oecumenicorum decreta. Band 1. 3. Aufl. Ferdinand Schöningh, Paderborn 1998, S. 86
  3. Nicht die Gründung durch die Apostel, die für Rom so wichtig war.
  4. Otto von Freising: Chronik, oder die Geschichte der zwei Staaten, S. 355