Kosmas von Prag

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  • * um 1045 in Zditz
  • † 21. Oktober 1125


Kosmas von Prag war ein herausragender Chronist Böhmens.


Leben

Kosmas entstammte vermutlich einer wohlhabenden Prager Familie. Nach der Ausbildung in Prag studierte er 1075–1086 Grammatik und Dialektik bei Magister Franko in Lüttich. Er war mit verheiratet und hatte einen Sohn Heinrich. In manchen Quellen wird vermutet, der Sohn sei identisch mit dem Olmützer Bischof Heinrich Sdik.

Nach seiner Rückkehr aus Lüttich wurde Kosmas Kanoniker am Prager Domkapitel. Ende des Jahres 1091 begleitete er die neugewählten Bischöfe Kosmas von Prag und Andreas von Olmütz zur königlichen Investitur nach Mantua.

1099 hielt er sich mit dem Prager Bischof Hermann in Ungarn auf. Dort lernte er den Graner Erzbischof Seraphim kennen. Von diesem empfing Kosmas, obwohl er verheiratet war, die Priesterweihe. Das war möglich, da der Zölibat erst 1139 auf dem Zweiten Laterankonzil verbindlich eingeführt worden ist.

Chronica Boemorum

Bis heute bekannt ist Kosmas durch die von ihm ab 1119 verfaßte "Chronica Boemorum", die in drei Bänden die Geschichte Böhmens bis zu Kosmas Tod 1125 umfaßt. Mit der Chronik wurde das bis heute maßgebende Geschichtsbild der böhmischen Frühzeit geprägt.

  • Eine deutsche Ausgabe Die Chronik Böhmens erschien neu übersetzt von Franz Huf 1987 bei Phaidon in Essen.

Verweise