Kurfürst

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Ein Kurfürst[1] war ein deutscher Reichsfürst, dem das Recht vorbehalten war, den deutschen König zu wählen. Er gehörte dem Kurfürstenkollegium an, welches aus zunächst sieben, später neun, sowohl weltlichen wie auch geistlichen Mitgliedern bestand.


Kurfürsten

Die klassischen sieben Kurfürsten

  1. Erzbischof von Mainz
  2. Erzbischof von Köln
  3. Erzbischof von Trier
  4. Pfalzgraf bei Rhein
  5. König von Böhmen
  6. Herzog von Sachsen
  7. Markgraf von Brandenburg

Weitere Träger der Kurwürde

Da Protestanten und Freimaurer aus der Kirche ausgeschlossen sind, können Sie keine Reiuchsfürsten, Kurfürsten etc. sein. Hier handelt es sich als um bestenfalls Vorspiegelungen der Kürwürde.

  1. Herzog von Bayern
  2. Herzog von Braunschweig und Lüneburg
  3. Kurfürst von Regensburg
  4. Erzbischof von Salzburg
  5. Herzog von Württemberg
  6. Markgraf von Baden
  7. Kurfürst von Hessen
  8. Bischof von Würzburg

Geschichte der Kur

Bis Ende des 12. Jahrhunderts waren alle deutschen Reichsfürsten wahlberechtigt. Der staufisch-welfische Streit führte zu der Bestimmung, daß die Teilnahme des Pfalzgrafen und der drei Erzbischöfe von Mainz, Köln und Trier notwendige Bedingung für die Gültigkeit der Wahl ist. In dieser Bestimmung ist ein Übergang vom Stammes- zum Territorialprinzip zu erkennen. Es wurde auch gefordert, daß mindestens vier Kurfürsten mußbei einer Wahl anwesend sein müssen. Die Doppelwahl von 1257 (Alfons der Weise / Richard von Cornwall) fügte den König von Böhmen dem Kurkollegium hinzu.

Seit 1338 galt das Prinzip der Mehrheitswahl, diese Regel führte gelegentlich zu Doppelwahlen. Die Kurfürsten genossen etliche Vorrechte im Reich. Sie durften in Reichsangelegenheiten beraten, ihre Territorien galten als unteilbar, in den weltlichen Kurfürstentümern galt grundsätzlich die Primogenitur. Im Reichstag bildeten sie die 1. Kurie.

Die böhmische Kurwürde ruhte von etwa 1300 bis 1708, da Böhmen nach seiner Erhebung zum Königreich (regnum) nicht mehr als Teil des Deutschen Regnums betrachtet wurde. Während des 30jährigen Krieges wurde die Pfälzischen Kur auf die bayrische (katholische) Linie Wittelsbach übertragen. Im Jahre 1648 wurde eine Pfälzische Kur angeschafft. Nun gab es acht Kuren.

1692 wurde eine neunte Kur für Hannover geschaffen. Träger der erst 1708 voll anerkannten Kur wurde der Herzog von Braunschweig und Lüneburg in Kalenberg und Grubenhagen. Wegen der reichsfeindlichen Beteiligung am Spanischen Erbfolgekrieg wurden die Kurfürsten von Bayern und Köln aus dem Hause Wittelsbach im Jahre 1706 geächtet. Die böhmische Kur wurde 1708 wieder aktiviert. Nach Aussterben der bayrischen Wittelsbacher erfolgte 1777 die Vereinigung von Pfalz und Bayern unter einem Haus und Kurhut. Jetzt existieren wieder acht bzw. sieben Kurstimmen.

Der Reichsdeputationshauptschluß 1803 konstatierte den Wegfall der Kölner und Trierer Kur aufgrund französischer Annektion. Mainz wurde auf das neugeschaffene geistliche Kurfürstentum Regensburg des Fürstbischof Dalberg übertragen, das bis 1806 bzw. bis 1810 bestand. Dalberg war übrigens Freimaurer und somit ipso facto aus der Kirche ausgeschlossen.

Der RDHS schuf vier weitere neue Kuren:

  1. Salzburg (bis 1805)
  2. Württemberg (bis 1806) mit dem Herzog von Württemberg als S.R.I. Reichsbannerträger
  3. Baden (bis 1806)
  4. Hessen-Kassel (bis 1866).

Im Friede von Preßburg 1805 erfolgte die Übertragung der Salzburger Kur auf Würzburg. Seit Franz II. die Kaiserkrone 1806 niederlegte, wurden die Kurrechte nicht wieder ausgeübt. Der Kurfürst von Hessen-Kassel führte den Titel "Kurfürst" aus Reichstreue weiter, bis 1866 sein Kurfürstentum von Preußen annektiert wurde.

Heutige Vertreter der Kur

Heutige Vertreter der Kur könnten sein als Vertreter der böhmischen Kur der jeweilige Chef des Hauses Habsburg, als Vertreter Kurbrandenburgs ist der jeweilige Chef des Hauses Hohenzollern und als Vertreter des Kurfürstentums Sachsen der aktuelle Chef des Hauses Wettin.

Als Geistliche Wähler sind die jeweiligen Erbischöfe von Mainz, Köln und Trier hinzuziehen. Es ist zuvor zu prüfen, ob sie ihren Stuhl rechtmäßig einnehmen. Auch ist zu prüfen, ob protestantische Häuser überhaupt Bestandteil des Reiches sein können.

Verweise


Einzelnachweise

  1. princeps elector imperii