Leipzig (Dkl.)

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche


Das Dominikanerkloster St. Pauli war ein Kloster der Dominikaner in Leipzig.


Lage

Das Kloster war am Grimmaischen Tor. Das Areal umfaßte das Gebiet zwischen Grimmaischer Straße, Altem Neumarkt und der Stadtmauer, also etwa dem heutigen Universitätgebiet entsprechend.

Geschichte

Die Gründungsurkunde wurde 1231 vom damals etwa 16-jährigen Meißner Markgraf Heinrich unterzeichnet. Schon 1240 konnte die Klosterkirche dem Apostel Paulus geweiht werden. Aus vergleichenden Studien wird angenommen, daß es eine flachgedeckte Halle mit einem, gemäß der Ordensbauweise, einschiffigen gewölbten Chor war. Das Kloster lag südlich der Kirche, der zugehörige Wirtschaftshof südwestlich davon.

Als 1409 die deutschsprachigen Magister und Scholaren aus Prag nach Leipzig kamen, wurden sie zunächst von den Dominikanern aufgenommen. Im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts wurden Kreuzgang und Gartenanlagen, Refektorium, Wirtschaftsgebäude, Bibliothek und Kapitelhaus neu errichtet. An die Nordseite der Kirche waren, schon im 14. Jahrhundert beginnend, vier Totenkapellen bedeutender Familien (Pflugk, Haugwitz, Leymbach und Thümmel) angebaut worden.

Nun wurde auch die Kirche umgebaut. Das Langhaus wurde eingewölbt und der Chor dreischiffig errichtet und verlängert, so daß er nun über die Stadtmauer hinaus bis in den Stadtgraben reichte. Letzteres war 1521 abgeschlossen, mußte aber schon 1546 wegen notwendiger Stadtbefestigung im Schmalkaldischen Krieg bis auf die Stadtmauerflucht rückgebaut werden.

Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben. 1539 mußten die Dominikaner Leipzig verlassen. Das Kloster sollte zugunsten eines neuen Stadtteils abgerissen werden. Kurfürst Moritz übereignete es aber 1543 mit allen Gütern der Universität Leipzig. Es wurde das „Collegium Paulinum“. Die Kirche wurde als Aula und Gottesdienstraum genutzt. 1545 weihte sie Martin Luther als protestantische Kirche.

Der bekannteste Mönch des Klosters war Johann Tetzel. Er trat 1489 in das Leipziger Kloster ein und war trotz seiner häufigen Abwesenheit wegen seiner Ablaß-Prediger-Reisen immer Angehöriger des Klosters. 1518 kehrte er ins Kloster zurück und starb hier 1519.

Die Mönche des Leipziger Dominikanerklosters wurden wegen des Patrons ihrer Kirche auch oft fälschlich Pauliner genannt, obwohl sie nicht dem Orden dieses Namens angehörten.

Verweise