Leipzig (Fr.)

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In Leipzig war ein Franziskaner-Barfüßerkloster.


Lage

Das Franziskanerkloster war gleich nördlich der Tomaskirche, am heutigen Matthäikirchhof.

Geschichte

Das Leipziger Franziskanerkloster bestand von der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts bis zur Reformation. Die Franziskaner erhielten um 1230 die Genehmigung, neben der 1224 geschleiften Zwingburg Markgraf Dietrichs ein Kloster zu errichten, und gründeten dort einen Konvent, der 1261 erstmals urkundlich erwähnt wurde und zur Sächsischen Franziskanerprovinz gehörte.

Im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts wurde eine einfache Saalkirche errichtet, an die sich nach Norden die Klausur anschloß. Die Kirche war dem Heiligen Geist geweiht, wurde aber meist als Barfüßerkirche bezeichnet, weil die Franziskaner wegen ihres Armutsgelübdes barfuß oder in Sandalen gingen. Im 14. Jahrhundert wurde die Kirche um einen gotischen Chor erweitert.

Im letzten Viertel des 15. Jh. wurde südlich der Kirche eine neue Klausur errichtet. Das ermöglichte die Erweiterung der Kirche nach Norden. 1488 begann der Neubau. Es entstand eine zweischiffige gotische Hallenkirche mit kreuzförmigen Mittelpfeilern und einem hohen Satteldach, wobei der bisherige Chor aber erhalten blieb. Der Bischof von Merseburg Thilo von Trotha weihte die Kirche 1502.

Im Laufe der Zeit erwarb das Kloster erheblichen Grundbesitz. Um ihrer Ordensregel der Bedürfnislosigkeit gerecht zu werden, schenkten z.B. 1458 die Franziskaner der Stadt Waldanteile im Rosental. Sie betrieben auch ein Beginenhaus in der Stadt, eine halbklösterliche Einrichtung für Frauen mit Arbeitsmöglichkeit und gewisser Versorgungssicherheit.

Nachdem 1539 in Leipzig die Reformation in krimineller Weise eingeführt worden war, kam es im gleichen Jahr zur Aufhebung des Klosters und zur Vertreibung der Ordensleute. 1543 war das Kloster von den Franziskanern endgültig geräumt. Kurfürst Moritz raubte die Immobilie und verkaufte sie an die Stadt. Der Chor wurde abgerissen, die Klausur in ein Wohnviertel umgestaltet und ab 1552 die Kirche als Stapelplatz durch die Leipziger Kaufleute genutzt.

Verweise