Wagner, Liborius

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  • getauft am 5. Dezember 1593 in der St. Blasius-Kirche[1]


Leben

Der selige Liborius Wagner als Sohn evangelischer Eltern in Mühlhausen/Thüringen geboren, wurde am 5. Dezember1593 in der dortigen St. Blasius-Kirche getauft. Als Student besuchte er mit Erfolg die protestantischen Hochschulen zu Leipzig, Gotha und Straßburg. Aus einer tiefen Glaubenskrise heraus fand er den Weg zur katholischen Kirche bei den Jesuiten in Würzburg. Dort entschloß er sich zum Studium der Theologie und wurde am 29.3. 1625 zum Priester geweiht.

Nach einjähriger Kaplanstätigkeit in Herdheim wurde er im September 1626 zum Pfarrer von Altenmünster-Sulzdorf (nordöstlich von Schweinfurt) bestellt. Fünf Jahre lang suchte er unter schwierigsten Verhältnissen seinen Pfarrkindern, auch den lutherischen, ein verständnisvoller Seelsorger und echter Nothelfer zu sein.

Nach der Besetzung Frankens durch schwedisch-deutsche Truppen im Oktober 1631 wurde sein Versteck verraten. Von deutschen Reitern gefangen genommen, erlitt er auf Schloß Mainberg fünf Tage und Nächte ein grausames Martyrium. Weder Gewalt noch Schmeichelei konnten ihn in seiner katholischen Glaubenstreue zu Kirche und Papst erschüttern. Unablässig beteuerte er: Ich lebe, leide und sterbe katholisch-päpstlich.

Am 9. Dez. 1631 wurde er auf den Mainwiesen bei Schonungen mit einem Degen durchbohrt. Sein gemarterter Leichnam fand endlich eine ehrenvolle Grabstätte in der Stiftskirche zu Heidenfeld, wo heute noch in der Pfarrkirche seine Gebeine ruhen. Bischof, Klerus und Volk an den Liboriusorten und weit darüber hinaus verehrten ihn von Anfang an als Märtyrer, der für seine Glaubens- und Gewissensüberzeugung in den Tod ging. Sein 300 Jahre lang verzögerter Seligsprechungsprozess wurde 1931 in Würzburg eröffnet und fand 1973 seinen positiven Abschluß in Rom.


Verweise


Einzelnachweise

  1. Wo J. S. Bach später wirkte!