Lichtenberg, Bernhard

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche


Bernhard Lichtenberg war ein schlesischer Priester, der während der NS-Diktatur für die Verfolgten eintrat.


Leben

Bernhard Lichtenberg war in Neiße und Berlin tätig. Von 1913 bis 1930 war Lichtenberg Pfarrer der Herz-Jesu-Gemeinde in Charlottenburg. Während des Ersten Weltkriegs war er Militärgeistlicher bei dem in Charlottenburg stationierten Gardegrenadierregiment 3. Er erhielt die Verdienstmedaille des Roten Kreuzes. 1932 wurde Lichtenberg zum Dompfarrer der Sankt-Hedwigs-Kathedrale berufen und 1938 zum Dompropst der Kathedrale ernannt.

Demokratische Tätigkeit

Unverständlicherweise widmete sich P. Lichtenberg demokratischer Betätigung. Von 1913 bis 1920 saß er für das Zentrum im Charlottenburger Stadtparlament, ab 1920 bis 1930 war er Bezirksabgeordneter im Wedding. Lichtenberg rief zum Besuch des linken Hetzfilms Im Westen nichts Neues auf.

Verfolgung durch linken NS-Terror

Am 22. Mai 1942 wurde Lichtenberg wegen "Kanzelmißbrauchs" und Vergehen gegen das Heimtückegesetz zu einer zweijährigen Haftstrafe unter Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt. Im Herbst 1943 wurde Lichtenberg nicht entlassen, sondern unmittelbar in rechtswidrige "Schutzhaft" genommen. Das RSHA verfügte die Einweisung in ein Konzentrationslager.

Auf dem Transport in das Konzentrationslager Dachau machte der Zug am 3. November einen Zwischenstopp in der Stadt Hof. 200 Gefangene, darunter Bernhard Lichtenberg, wurden mit Lastwagen in ein Gefängnis gebracht. Der Gefängnisleiter wurde auf Bernhard Lichtenberg aufmerksam und sorgte dafür, daß der schwer herz- und nierenkranke Geistliche am 4. November in das städtische Krankenhaus in Hof überwiesen wurde, wo er noch am selben Tag durch den Hofer Stadtpfarrer Prälat Michael Gehringer die Krankensalbung empfing.

Am 5. November 1943 starb Lichtenberg gegen 18 Uhr. Die sterblichen Überreste wurden am 11. November nach Berlin gebracht und am 16. November von der Kirche St. Sebastian aus unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem alten Domfriedhof der St.-Hedwigs-Gemeinde in der Liesenstraße zu Grabe getragen. In der 1963 geweihten Gedenkkirche Maria Regina Martyrum in Berlin-Charlottenburg Nord sollte in der Krypta ein Sarkophag die Gebeine von Bernhard Lichtenberg aufnehmen. Die DDR-Behörden verweigerten jedoch die Überführung nach West-Berlin. Die Gebeine Lichtenbergs wurden daraufhin 1965 in der Unterkirche der in Ost-Berlin gelegenen St. Hedwigs-Kathedrale beigesetzt.

Konzilsseliger

Mit Georg Haffner, Rupert Meyer, Otto Neururer, Josef Gapp und Karl Leisner ist LIchtenberg ein "Konzilsseliger".


Wirkung in der Musik

  • Psalm 59. Mit zwei Meditationen von Bernhard Lichtenberg. Für Sopran Solo, gemischten Chor, Orgel und Streichquintett von Helge Jung, Berlin 1988. (Prolog: Die grüne Saat, Psalm: Errette mich, mein Gott, beschütze mich, Epilog I: Gott ist die Liebe, Epilog II: Wer mich vor den Menschen bekennt). UA: Chor der Hedwigskathedrale Berlin, Ltg. Michael Witt.
  • Lied: Dein Volk die dunklen Zeiten. Text und Melodie: Florian Wilkes, Berlin 1995.
  • Lied: Laßt uns den sel'gen Bernhard loben. Text: Josef Steiner, Berlin 1996. Melodie nach GL Nr. 262: Loys Bourgeois 1551. In: Diözesananhang zum Gotteslob des Erzbistums Berlin.
  • Wer glaubt kann widerstehn. Bernhard-Lichtenberg-Kantate. Für Sprecher, Sologesang, Chor (SATB) und Instrumente von Ludger Stühlmeyer, Hof 1999. UA: 31. Oktober 1999, ZDF, Konzertchor der Hofer Symphoniker, Leitung: Gottfried Hoffmann.
  • Bernhard-Lichtenberg-Vesper. Textzusammenstellung und Musik von Ludger Stühlmeyer, Hof 2011.
  • Lied: Gepriesen bist du, herrlicher Gott, für Bernhard, den seligen Priester. Text: Alois Albrecht, Melodie: Ludger Stühlmeyer, Hof 2012.


Verweise