Liga katholischer Traditionalisten

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Die Liga katholischer Traditionalisten war eine hybride Organisation im Umfeld des katholischen Traditionalismus.


Geschichte

Die Liga katholischer Traditionalisten, vormals Katholische Traditionalisten-Bewegung geht auf die Ideen des belgischen Kirchenrechtlers Gommar de Pauw zurück, von dem sich die Rheinländerin Elisabeth Gerstner inspirieren ließ. Sie gründete 1965 den deutschen Zweig der in über 50 Ländern tätigen Bewegung und ist seither deren deutsche Vorsitzende. Elisabeth Gerstner stammt aus dem bergischen Overath-Immekeppel, ist Mutter dreier Kinder, studierte Theologin und seit 1970 promovierte Philosophin.

Damals machte sie sich mit Traditionalisten aus sechs Ländern auf zum "Marsch nach Rom": Zumeist kniend, lateinische Gebete und Gesänge rezitierend, verharrte sie an der Spitze einer 1.700köpfigen. Truppe eine Nacht auf dem Petersplatz.

In der Mittwochsaudienz des 13. Juni 1973 warf sie dem Papst eine Schrift vor die Füße: "Liber accusationis" (Buch der Anklage) lautete der Titel. Der Verhaftung durch vatikanische Polizei entging sie - päpstliche Geheimpolizisten arretierten die Falsche.

In der Privatkapelle des Kölner evangelischen Landwirts Gerd von Stein organisiert sie regelmäßig Sonntagsmessen im alten Ritus. Die dazu notwendigen Priester, amtierende Pfarrer, holt sie aus anderen deutschen Diözesen.

Nur 116 Gläubige gehören zu ihrer Kerngruppe, aber ihr Einfluß reicht weit. Elisabeth Gerstner ist mit Bischöfen und Kardinälen befreundet. die sie zum Teil aus einem insgesamt zwanzigjährigen Rom-Aufenthalt und zweieinhalbjähriger Tätigkeit am Vatikan kennt. Sie hält Verbindungen vor allem zu den Traditionalisten-Hochburgen Frankreich, Belgien, Italien, USA und England. Einen Großteil des traditionalistischen Schrifttums französischer Priester und Laien hat sie übersetzt und in der Bundesrepublik verbreitet; rund 500 deutsche Priester und 5000 Gläubige halten zumindest losen Kontakt zu ihrer Bewegung.

Die von der Liga herausgegebene Zeitschrift "Kyrie eleison" erschien ab 1972 quartalsweise. Nach dem Tode des Chefredakteurs Manfred Böker Anfang 2004 wurde ihr Erscheinen eingestellt.

Verweise