Lippe-Biesterfeld

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Die Grafschaft Lippe-Biesterfeld war ein Stand im Weserbergland.


Leage

Biesterfeld ist in der Stadt Lügde.

Geschichte

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtete Graf Simon VI. zur Lippe die „Meierei Biesterfeld“. 1624 übergab Graf Simon VII. zur Lippe die Meierei an Simon von der Lippe, dem Amtmann in Schwalenberg.

1624 kaufte Gräfin Maria Magdalena, die Witwe Simons VII., die Meierei für 6.000 Taler auf. Ihr Sohn, Jobst Hermann zur Lippe, Inhaber des Paragialamtes in Schwalenberg, baute ab 1678 auf der Meierei den Herrensitz Biesterfeld aus. 1740 wurden die Brennerei und das Brauhauses gebaut. Biesterfeld wurde ab 1764 gräfliche Domäne. Jobst Hermann gilt als Stammherr der erblichen Grafenlinie zur Lippe-Biesterfeld.

Nach einer Abfindung verließ der letzte Herr auf Biesterfeld, Friedrich Karl August, Graf und Edler Herr zur Lippe, Sternberg und Schwalenberg mit seiner Familie 1772 Biesterfeld und zog auf das Gut Oberkassel bei Bonn und Mitte des 19. Jh. nach Bentschen in der Provinz Posen. Nach Streitigkeiten um die Erbfolge nach dem Aussterben der Detmolder Linie des Hauses Lippe wurde von höherer Stelle zu Gunsten der Linie Lippe-Biesterfeld entschieden, und diese kehrten in ihr Stammland zurück und übernahmen 1897 die Regentschaft im Fürstentum Lippe. Als letzter Fürst dankte Leopold IV. 1918 ab. Bernhard zur Lippe-Biesterfeld, bekannt als Prinzgemahl Bernhard der Niederlande, war ein Neffe von Leopold IV.

Um 1820 wurde das gräfliche Schloß in Biesterfeld abgerissen.

Obstsorte

1850 entdeckte Pfarrer Wilhelm Wilms aus Nieheim im Zuge seiner naturkundlichen Exkursionen auf dem ehemaligen Schloßgelände den Zufallssämling einer sehr wohlschmeckenden Apfelsorte, der nach ihrem Fundort benannten Biesterfelder Renette. Eines der ältesten Baumexemplare wächst heute noch in der Obstwiese am westlich gelegenen Eingang zur Paradiesmühle.


Verweise