Ludwig von Arnstein

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Ludwig von Arnstein war Prämonstratenser sowie mehrfacher Klostergründer.


Herkunft

Ludwigs Familie waren Grafen im Einrich. Die genaue Genealogie ist umstritten und weitgehend unbekannt. Über Graf Ludwig (III.) existiert seine im Original erhaltene vita gesta comitis Ludewici, worin auch seine direkten Vorfahren und eine nicht näher präzisierte Blutsverwandtschaft mit dem Stauferherzog Friedrich II. von Schwaben, dem Vater von Kaiser Friedrich I. Barbarossa erwähnt werden. Diese Quelle gilt anhand bisher nachprüfbarer Angaben als sehr zuverlässig; verfaßt wurde sie um 1200 von dem Arnsteiner Prämonstratenser Luwandus. Das Adelsgeschlecht trug seinen Namen von der Burg Arnstein, die Graf Ludwig in das noch existierende Kloster Arnstein umwandelte.

Leben

Graf Ludwig III. trat sehr früh in die Rechte seines verstorbenen Vaters ein. Seine Burg wurde zum Ausgangspunkt gefürchteter Raubzüge. Um 1125 verheiratete er sich mit Gräfin Guda von Bomeneburg, deren Heimat die neuere Geschichtsforschung auf der Altenbaumburg bei dem heutigen Ort Altenbamberg lokalisiert. Sie habe dem Geschlecht der Emichonen angehört.

Bekehrung

Die Ehe blieb kinderlos und Ludwig III. vollzog eine radikale innere Wandlung. Seines oberflächlichen Lebens überdrüssig beschloß er – anfangs gegen den erklärten Widerstand der Gemahlin – seine Güter geistlichen Zwecken zu widmen und bestimmte sich selbst für den klösterlichen Stand. 1139 berief er eine Gruppe von 12 Prämonstratensern aus dem Stift Gottesgnade Kalbe/Saale zu sich und übergab ihnen seine Stammburg, die er zum Kloster Arnstein umwidmete.

Er selbst trat im Alter von 30 Jahren dort als Laienbruder ein. Zum Stiftungsgut des neuen Klosters gehörten von Anfang an der Ort Bubenheim in der Pfalz]] und seine Peterskirche, welche der Graf möglicherweise aus dem Heiratsgut seiner Frau besaß. Für das Dorf Bubenheim ist die 1140 erfolgte Schenkung an das Kloster Arnstein auch die erste urkundliche Erwähnung. Ludwigs Gattin Guda lebte nach seinem Ordenseintritt als Inkluse in Arnstein. Das Ehepaar schenkte sein gesamtes Vermögen der Kirche, woraus zahlreiche weitere Klöster erwuchsen.

Bereits 1144 hatte er das ebenfalls in der Nähe liegende Kloster Münsterdreisen reaktiviert und ebenfalls mit Prämonstratensern aus dem Kloster Gottesgnaden besetzt. Sein eigener Kaplan Marquard, wurde 1145 dort der erste Propst.

Graf Ludwig betreute auch die Prämonstratenser-Chorfrauen im Kloster Betlenrode bei Kirdorf. Diese verpflanzte er ebenfalls in die Pfalz, siedelte sie zunächst in Stetten nahe Bubenheim an und gründete für sie schließlich um 1146 den Konvent zu Mariental, der dem Kloster Münsterdreisen juristisch unterstellt wurde. 1148 folgte die Stiftung von Kloster Enkenbach, als weiteres Tochterkloster von Münsterdreisen.

Weiterhin gehört das Chorfrauen-Kloster Beselich in das Umfeld Graf Ludwigs von Arnstein. Initiator war zwar der auch in Bubenheim tätige Gottfried von Beselich, jedoch hat bei der um 1170 erfolgten Gründung als Filialkonvent des Klosters Arnstein zweifelsohne der dort als Konverse lebende Graf eine wichtige Rolle gespielt, zumal er für die zuvor schon dort erbaute und seinem Kloster übergebene Kirche bereits 1163 einen Schutzbrief des Erzbischofs Hillin von Trier erwirkte.

Tod

Ludwig III. von Arnstein starb 1185 im Kloster Gommersheim, wo er sich gerade wieder auf einer seiner Inspektionsreisen zu den pfälzischen Klöstern und Besitztümern befand. Propst Burkard von Münsterdreisen erteilte ihm dort die Sterbesakramente. Aus allen umliegenden Dörfern seien die Leute herbeigeeilt um den Klostergründer zu beweinen. Die Leiche blieb zwei Tage in der Gommersheimer Klosterkirche aufgebahrt, kam am dritten Tag ins Kloster Eberbach, einen Tag später nach Kirdorf und wurde von dort zur Beisetzung ins Kloster Arnstein verbracht.

Von Graf Ludwig wird u.a. überliefert, dass er Kleidungsstücke auszog und an Bettler verschenkte, weshalb seine Vita eine Parallele zum Hl. Martin von Tours zieht. Es heißt dort:

„Er hatte mit den Armen seinen Mantel geteilt, wie der Heilige Bischof Martin, damit hat er erworben ein Gnadenkleid von Purpur und Seide, die ewige Freude des Himmels.“

Gedenken

Ludwig ist ein Heiliger der Kirche. Sein Gedenktag ist der 25. Oktober. Das von ihm gestiftete Kloster Arnstein, existiert bis heute. Die anderen von ihm gestifteten Klöster gingen alle unter. Erhalten blieben die Klosterkirche St. Norbert in Enkenbach-Alsenborn,[1] die Peterskirche in Bubenheim,[2] sowie Reste der Klosterkirche von Kloster Mariental Rockenhausen.

Verweise



Einzelnachweise

  1. bei Kaiserslautern
  2. ebenfalls in der Pfalz