Mansfeld (Gf.)

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Die Grafen von Mansfeld gehörten zu den ältesten deutschen Adelsgeschlechtern. Ihre Besitzungen lagen im nördlichen Teil des Hassegaus und am östlichen Rand des Harzes.


Ursprünge

Die Geschichte der Grafschaft Mansfeld beginnt mit Hoyer von Mansfeld am Beginn des 11. Jahrhunderts. Er war verheiratet mit Christina, einer Tochter Siegfrieds von Orlamünde. Im Jahre 1070 wurden die Mansfelder von Kaiser Heinrich IV. zu Gaugrafen im nördlichen Hassegau ernannt. Sie erhielten dieses Amt als Nachfolger der Wettiner, die sich gegen den Kaiser aufgelehnt hatten.

Die Mansfelder waren in ihren Anfangsjahren politisch und wirtschaftlich sehr erfolgreich, dies nicht zuletzt wegen der Bergbau- und Münzrechte, die sie besaßen. Die klug investierten Gewinne aus ihren Hüttenbetrieben und Schachtanlagen, sowie militärisches Geschick gepaart mit Loyalität gegenüber dem Kaiserhaus sicherten eine starke Position am kaiserlichen Hof sowie politischen und wirtschaftlichen Einfluß.

Wirtschaftliche Probleme und Kinderreichtum

Obwohl die Wirtschaft blühte und sich auch durch Zukäufe und geschickte Heiratspolitik das Territorium der Grafschaft vergrößerte, zeichneten sich bereits in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ernste Probleme ab. Das Erstarken der Wirtschaft und die reichsunmittelbare Position weckte die Begehrlichkeiten der Nachbarn Magdeburg, Halberstadt und des Kursachsens. Des Weiteren wirkte sich der unglaubliche Kinderreichtum der Mansfelder Grafen sowohl negativ auf die Verteilung der zu vererbenden Güter, Finanzen und Rechte, als auch zu Ungunsten gräflicher Machtfülle in örtlicher und staatspolitischer Hinsicht aus. Da kein Graf weniger als sechs Kindern (manch einer sogar 22) das Leben schenkte, kam es zu Erbteilungen.

Pseudoreformation

Die Zeit der lutherischen Pseudo-Reformation brachte neue Turbulenzen in das Mansfelder Land. Die Mansfelder zerfielen in katholische und lutherische Familienteile. Kursachsen nutzte diese Situation und zwang Mansfeld in die Lehnsabhängigkeit.

Neubeginn in Österreich

Die böhmischen Allodiale kamen über ein weibliches Erbe nach Österreich. Die kaiserliche Regierung in Wien gestattete dem Fürsten 1789 die Namens- und Wappenvereinigung der beiden Geschlechter, um das Andenken an die Mansfelder Grafen zu bewahren. Damit wurde die Linie derer von Colloredo-Mansfeld begründet. Als eines von 16 mediatisierten Fürstenhäusern hielt es einen erblichen Sitz im Herrenhaus, das Oberhaus des österreichischen Reichsrates.

Verweise