Marsiglio von Padua

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  • Marsiglio dei Mainardini
  • * zwischen 1275 und 1290 in Padua
  • † 1342/1343 in München


Marsilius von Padua war Staatstheoretiker, Politiker und ein bedeutender Vertreter des scholastischen Aristotelismus.


Defensor Pacis

1324 veröffentlichte Marsiglio sein Hauptwerk, den Defensor Pacis,[1] das er dem deutschen König Ludwig dem Bayern widmete. Es war eine Antwort auf Dantes Werk Monarchia nach dessen Tod, in dem Dante für das Kaisertum eingetreten war. Marsiglio vertrat eine Art von Volkssouveränität, womit er den Herrschaftsanspruch des Papstes negierte. Als er 1326 als Verfasser des „Defensor Pacis“ bekannt wurde, mußte er mit seinem Freund Johann von Jandun von Paris an den Hof Ludwigs des Bayern fliehen.

Johann wurde der Mitautorenschaft beschuldigt, wofür es aber keine eindeutigen Beweise gibt; Johann, ein Kenner des Aristoteles, verdankte Marsiglio aber wohl so manche Überlegung. 1327 wurde Marsilius schließlich von Papst Johannes XXII. gebannt und als Ketzer verurteilt. Bei Ludwig dem Bayern, dem damaligen Hauptgegner der Kurie, fand Marsiglio nicht nur Zuflucht, sondern gewann als Ratgeber Ludwigs auch rasch an Einfluß. Marsilius und Johann begleiteten den König auch bei dessen Italienzug im Jahr 1327.

Am 17. Januar 1328 fand in Rom die Kaiserkrönung Ludwigs statt. Diese verlief äußerst ungewöhnlich, da sich Ludwig von einem „Beauftragten“ des römischen Volkes krönen ließ, nicht aber, wie sonst üblich, durch den Papst, der es freilich auch abgelehnt hätte. Dieses Vorgehen, das von Ferne an die Antike erinnert, geht womöglich auf Überlegungen von Marsilius und Johann von Jandun zurück, obwohl sich dies ebenso wenig beweisen läßt wie die Annahme, daß Marsilius an der „Absetzung“ Papst Johannes XXII. und der Erhebung des kaiserlichen Gegenpapstes Nikolaus 1328 beteiligt war.

Wichtig wurde die, wenn auch spannungsgeladene, Zusammenarbeit mit den „Münchner Dissidenten“, ebenfalls von Papst Johannes exkommunizierten Franziskanern, die am Münchner Hof Zuflucht fanden. Unter ihnen sind zu nennen Michael von Cesena, Bonagratia von Bergamo und Wilhelm von Ockham, die, wie Marsilius, auf die politische Entwicklung des Streites zwischen Ludwig dem Bayern und der Kurie keinen geringen Einfluß hatten. Marsiglio verlor aber wohl schließlich an Einfluß, auch weil sich der Italienzug Ludwigs letztlich als ein Fehlschlag erwies. Allerdings ließ Ludwig Marsiglio, der dem Kaiser als Leibarzt diente, nie fallen. Ende 1342 oder Anfang 1343 starb Marsiglio von Padua in München.


Verweise



Einzelnachweise

  1. Verteidiger des Friedens