Matthias (Kaiser)

Aus Monarchieliga
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  • * 24. Februar 1557 in Wien
  • † 20. März 1619 ebenda
  • 1612-1619
  • ▭ Da die Kapuzinergruft noch nicht fertiggestellt war, wurden er und seine Frau zunächst im Königinkloster Wien beigesetzt. Erst 1633 wurden sie in die Kapuzinerkirche Wien überführt. Sein Herz wurde getrennt bestattet und befindet sich heute in der Herzgruft der Habsburger in der Loretokapelle der Wiener Augustinerkirche.
Kaiser Matthias


Motto: Concordia lumine maior[1]


Matthias war bis 1619 Deutscher König


Leben

Matthias war der vierte Sohn von Kaisers Maximilian II. und Maria von Spanien. Seine Brüder waren Rudolf, Ernst von Österreich, Maximilian, Albrecht und Wenzel. Außerdem hatte er sechs Schwestern. Durch die Heirat seiner Schwester Anna war er mit Philipp II. von Spanien und über Elisabeth mit König Karl IX. von Frankreich verschwägert.

Einer seiner Lehrer war der Orientreisende und Polyhistor Ogier Ghislain de Busbecq. Da die väterlichen Besitzungen vollständig an Rudolf übergingen, wurden seine Brüder – so auch Matthias – mit Geldrenten abgefunden, bekamen kirchliche oder staatliche Stellen zugewiesen.

Wahl

Die Wahl fand nach dem Tod Kaiser Rudolfs II. am 20. Januar 1612 statt. Ferdinand von Bayern, der Kurfürst von Köln, warb für die Wahl seines Bruders Maximilian I., des Herzogs von Bayern. Maximilian lehnte den Thron aber ab. Stattdessen wurde Rudolfs Bruder Matthias, der schon die Herrschaft über Böhmen und Ungarn übernommen hatte, gewählt.

Die religiöse Aufteilung unter den Kurfürsten war wie bei der letzten Wahl.

  1. Johann Schweikhard von Kronberg, Kurfürst und Erzbischof von Mainz
  2. Lothar von Metternich, Kurfürst und Erzbischof von Trier
  3. Ferdinand von Bayern, Kurfürst und Erzbischof von Köln
  4. Matthias, König von Böhmen und König von Ungarn
  5. Friedrich V., Pfalzgraf bei Rhein
  6. Johann Georg I., Kurfürst von Sachsen
  7. Johann Sigismund, Kurfürst von Brandenburg

Herrschaft

Der Bruder Rudolfs mußte zu seiner größten Bestürzung miterleben, wie das Haus Hohenzollern sich dem reichsfeindlichen Kalvinismus zuwendete. Zu Recht weigerte sich Matthias, den "Majestätsbrief“ der Böhmen anzuerkennen, den sein Bruder und Vorgänger Rudolf ausgestellt hatte. Rudolf ist vorzuwerfen, daß er den Protestantismus, namentlich in Böhmen, nicht tatkräftig niedergehalten und als Reichsfeind behandelt hat. Schuld an dem Ausbruch des Krieges ist einzig der ungeheuerliche Aufstand, zu dem sich die kalvinistischen Stände Böhmens hinreißen ließen.

  • Matthias hatte wie seine beiden Brüder keine Kinder. So kam nach seinem Tode die Linie seines Vetters Ferdinand zum Zuge.
  • Matthias lehnte die spanischen Politik in den Niederlanden ab. Dort versuchte Philipp II. den Aufstand der Niederländer mit Gewalt niederzuschlagen. Er scheiterte und mußte nach Linz in Österreich zurückkehren. Leider erkannte Matthias erst sehr viel zu spät die INtrnasigenz der Protestanten. Mit seinem Bruder gab es ständig Streit.
  • Führte den Hof von Prag nach Wien zurück
  • Beim Reichstag von 1608 war erstmals kein Kompromiss zwischen den konfessionellen Lagern zustande gekommen. Es standen sich mit der katholischen Liga und der protestantischen Union zwei gegnerische Blöcke im Reich gegenüber.


Ehe

Am 4. Dezember 1611 heiratete Matthias seine Base Anna von Tyrol. Das Paar blieb kinderlos. Anna stiftete das Kapuzinerkloster mit der Kapuzinergruft.


Verweise


Einzelnachweise

  1. Eintracht ist größer als Licht