Mausbach, Josef

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Josef Mausbach war ein deutscher Theologe und Politiker (Zentrum).


Leben

Nach dem Abitur studierte Josef Mausbach in Münster katholische Theologie. Wegen des Bismarckschen Kulturkampfes mußte er 1883 nach Eichstätt wechseln, wo er 1884 zum Priester geweiht wurde. Noch im selben Jahr übernahm er eine Pfarrstelle in Köln. 1888 wurde er in Münster zum Dr. theol. promoviert und übernahm ein Jahr später eine Stelle als Religionslehrer am Gymnasium in Mönchengladbach. 1892 wurde Mausbach als Professor für Moraltheologie und Apologetik nach Münster berufen.

Arbeitsausschuß zur Verteidigung deutscher und katholischer Interessen

Von 1915 bis 1920 leitete er den Arbeitsausschuss zur Verteidigung deutscher und katholischer Interessen, der sich insbesondere gegen die antideutsche französische Agitation innerhalb der Weltkirche richtete.

Zentrum

Mausbach war Mitglied des Zentrums. Von 1919 bis 1920 war er Mitglied der Weimarer Nationalversammlung. Er war dort Mitglied des Ausschusses zur Vorberatung des Entwurfs einer Verfassung für das Deutsche Reich und engagierte sich insbesondere im Bereich der Vorschriften, die sich mit Religion, Kultur und Bildung befassten. Mausbach sah durch das Zugeständnis der Einführung bekenntnisfreier Schulen die konfessionell gebundenen Schulen in ihrer Wirkung gestärkt. Er war maßgeblich an der Aushandlung des Weimarer Schulkompromisses beteiligt.

Mit seinen Aussagen zur Moraltheologie und zur katholischen Soziallehre hat er einen wesentlichen Beitrag zur Neubestimmung des Verhältnisses zwischen Katholischer Kirche und Republik, vor allem in Fragen der Sozialpolitik und Schulpolitik, geleistet. Mit Oswald von Nell-Breuning ist einer der bedeutendsten katholischen Sozialethiker des 20. Jahrhunderts bei Mausbach promoviert worden.

Den entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der Moraltheologie leistete Mausbach mit seinen Reformvorschlägen zur Bewältigung der Krise der Moral in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, wobei darin die Forderung nach einer Relativierung der Kasuistik und einer theologischen Grundlegung der Moraltheologie im Zentrum standen. Mit seinem Handbuch der Moraltheologie (1918-20) blieb er jedoch weit hinter seinen eigenen Vorschlägen zurück, wie er auch selbst eingestand: Er sah die Zeit für einen Neuentwurf noch nicht gekommen. Die Reformvorschläge aber blieben fast ein halbes Jahrhundert richtungsweisend für die katholische Moraltheologie.

Veröffentlichungen

  • Divi Thomae Aquinatis De voluntate et appetitu sensitivo doctrina, Dissertation Münster, 1888
  • Christentum und Weltmoral. Zwei Vorträge über das Verhältnis der christlichen Moral zur antiken Ethik und zur weltlichen Kultur, 1897
  • Die katholische Moral, ihre Methoden, Grundsätze und Aufgaben. Ein Wort zur Abwehr und Verständigung, 1901
  • Frauenbildung und Frauenstudium im Lichte der Zeitbedürfnisse und Zeitgegensätze. Zwei Vorträge, 1910
  • Kulturfragen in der Deutschen Verfassung. Eine Erklärung wichtiger Verfassungsartikel, 1920
  • Sittlichkeit und Badewesen. 1930

Verweise