Mer hahn en neue Oberkeet

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Text des Werkes

Variationen: Ouverture

Arie (Duett): Mer hahn en neue Oberkeet

Mer hahn en neue Oberkeet
an unsern Kammerherrn.
Ha gibt uns Bier, das steigt ins Heet,
das ist der klare Kern.
Der Pfarr' mag immer büse tun,
ihr Speelleut, halt euch flink!
Der Kittel wackelt Mieken schun,
das klene luse Ding.

Rezitativ: Nu Mieke, gib dein Guschel immer her

  • BASS: Nu, Mieke, gib dein Guschel immer her!
  • SOPRAN: Wenn's das alleine wär!

Ich kenn dich schon, du Bärenhäuter,
du willst hernach nur immer weiter.
Der neue Herr hat ein sehr scharf Gesicht.

BASS: Ach, unser Herr schilt nicht,
er weiß so gut als wir, und auch wohl besser,
wie schön ein bißchen Dahlen schmeckt.

Arie: Ach, es schmeckt doch gar zu gut

Ach, es schmeckt doch gar zu gut,
wenn ein Paar recht freundlich tut;
Ei, da braust es in dem Ranzen,
als wenn eitel Flöh und Wanzen
und ein tolles Wespenheer
miteinander zänkisch wär.

Rezitativ: Der Herr ist gut, allein der Schösser

Der Herr ist gut: Allein der Schösser,
das ist ein Schwefelsmann,
der wie ein Blitz ein neu Schock strafen kann,
wenn man den Finger kaum ins kalte Wasser steckt.

Arie: Ach Herr Schösser, geht nicht gar zu schlimm

Ach, Herr Schösser, geht nicht gar zu schlimm
mit uns armen Bauersleuten üm!
Schont nur unsrer Haut,
freßt ihr gleich das Kraut
wie die Raupen bis zum kahlen Strunk,
habt nur genung!

Rezitativ: Es bleibt dabei, daß unser Herr der beste sei

Es bleibt dabei,
daß unser Herr der beste sei.
Er ist nicht besser abzumalen
und auch mit keinem Hopfensack voll Batzen zu bezahlen.

Arie: Unser trefflicher, lieber Kammerherr

Unser trefflicher,
lieber Kammerherr
ist ein kumpabler Mann,
den niemand tadeln kann.

Rezitativ: Er hilft uns allen, alt und jung

BASS: Er hilft uns allen, alt und jung,
und dir ins Ohr gesprochen:
Ist unser Dorf nicht gut genung
letzt' bei der Werbung durchgekrochen?

SOPRAN: Ich weiß wohl noch ein besser Spiel,
der Herr gilt bei der Steuer viel.

Arie: Das ist galant

Das ist galant!
Es spricht niemand
von den kaducken Schocken.
Niemand red't ein stummes Wort,
Knauthain und Cospuden dort
hat selber Werg am Rocken.

Rezitativ: Und unsre gnädge Frau ist nicht ein prinkel stolz

Und unsre gnädge Frau
ist nicht ein prinkel stolz.
Und ist gleich unsereins ein arm und grobes Holz,
so red't sie doch mit uns daher,
als wenn sie unsersgleichen wär.
Sie ist recht fromm, recht wirtlich und genau
und machte unserm gnäd'gen Herrn
aus einer Fledermaus viel Taler gern.

Arie: Fünfzig Taler bares Geld

Fünfzig Taler bares Geld
trockner Weise zu verschmausen,
ist ein Ding, das harte fällt,
wenn sie uns die Haare zausen.
Doch was fort ist, bleibt wohl fort,
kann man doch am andern Ort
alles doppelt wieder sparen,
laßt die fünfzig Taler fahren!

Rezitativ: Im Ernst ein Wort

Im Ernst ein Wort!
Noch eh ich dort
an uns're Schenke
und an den Tanz gedenke,
so sollst du erst der Obrigkeit zu Ehren
ein neues Liedchen von mir hören.

Arie: Klein Zschocher müsse so zart und süße

Klein-Zschocher müsse
so zart und süße
wie lauter Mandelkerne sein.

In unsere Gemeine
zieh heute ganz alleine
der Überfluß des Segens ein.

Rezitativ: Das ist zu klug vor dich

Das ist zu klug vor dich
und nach der Städter Weise!
Wir Bauern singen nicht so leise.
Das Stückchen, höre nur, das schicket sich vor mich!

Arie: Es nehme zehntausend Dukaten

Es nehme zehntausend Dukaten
der Kammerherr alle Tag ein!

Er trink ein gutes Gläschen Wein,
und laß es ihm bekommen sein!

Rezitativ: Das klingt zu liederlich

Das klingt zu liederlich!
Es sind so hübsche Leute da,
die würden ja
von Herzen drüber lachen,
nicht anders, als wenn ich
die alte Weise wollte machen:

Arie: Gib, Schöne, viel Söhne

Gib, Schöne,
viel Söhne
von art'ger Gestalt,
und zieh' sie fein alt!
Das wünschet sich Zschocher und Knauthain fein bald!

Rezitativ: Du hast wohl recht

Du hast wohl recht,
das Stückchen klingt zu schlecht;
Ich muß mich also zwingen,
was Städtisches zu singen.

Arie: Dein Wachstum sei feste

Dein Wachstum sei feste und lache vor Lust!

Deines Herzens Trefflichkeit
hat dir selbst das Feld bereit',
auf dem du blühen mußt.

Rezitativ: Und damit sei es auch genung

SOPRAN: Und damit sei es auch genung.

BASS: Nun müssen wir wohl einen Sprung
In unsrer Schenke wagen.

SOPRAN: Das heißt, du willst nur das noch sagen:

Arie: Und daß ihr's alle wißt

Und daß ihr's alle wißt,
es ist nunmehr die Frist
zu trinken.
Wer durstig ist, mag winken,
versagt's die rechte Hand,
so dreht euch unverwandt
zur linken!

Rezitativ: Mein Schatz, erraten

BASS: Mein Schatz, erraten!

SOPRAN: Und weil wir nun
dahier nichts mehr zu tun,
so wollen wir auch Schritt vor Schritt
in unsre alte Schenke waten.

BASS: Ei, hol' mich der und dieser,
Herr Ludwig und der Steu'r-Reviser
muß heute mit.

Arie (Duett): Wir gehn nun, wo der Dudelsack

Wir gehn nun, wo der Dudelsack
in unsrer Schenke brummt;

Und rufen dabei fröhlich aus:
Es lebe Dieskau und sein Haus,
ihm sei beschert,
was er begehrt,
und was er sich selbst wünschen mag!

Verweise