Merseburg (Bt.)

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  • 968-981, 1004-1565
  • Sitz: Merseburg
  • Dom SS. Johannes der Täufer und Laurentius, 10.-16.Jh.


Das Bistum Merseburg ist eine Stiftung Ottos des Großen. Vom Bistum ist das Hochstift Merseburg, das deutlich kleinere weltliche Herrschaftsgebiet von Bischof bzw. Domkapitel zu trennen.


Gründung

Das Bistum entstand aufgrund eines Gelübdes von König Otto I., nachdem er in der Schlacht auf dem Lechfeld die Ungarn endgültig geschlagen hatte. Otto ließ 968 das Erzbistum Magdeburg und dessen Suffraganbistümer Merseburg, Zeitz und Meißen errichten. Der erste Bischof von Merseburg war Boso (968-970), der zweite Giselher (971-981). Als dieser Erzbischof von Magdeburg wurde, wurde das Bistum Merseburg bis zu seinem Tod 1004 aufgehoben. Kaiser Heinrich II. gründete es erneut. Insgesamt amtierten 43 Bischöfe in Merseburg.

Geschichte

1021 wurde der Merseburger Dom, dessen Grundstein 1015 durch Bischof Thietmar gelegt worden war, von Bischof Bruno in Anwesenheit König Heinrichs II. geweiht. Bis zur Reformationszeit blieb Merseburg nun Bischofssitz und ein bedeutendes religiöses Zentrum. Das Bistum umfaßte Leipzig, den Süden des heutigen Sachsen-Anhalt und Teile des heutigen Freistaates Sachsen. Am Ende des Mittelalters umfasste es rund 310 Pfarr- und Filialkirchen.

Bischof Thilo von Trotha ließ ab 1470 den Neubau des Merseburger Schloßes beginnen und veranlaßte ab 1510 den Umbau des Doms im Stil der Spätgotik und den Umbau der Basilika zu einer Hallenkirche. Am 3. Mai 1525 mußte Bischof Adolf aufgrund von protestantischen Unruhen nach Leipzig fliehen. Am 8. Mai versuchten die Unzufriedenen, die Domfreiheit zu stürmen. Im Juni folgende Gerichtsverhandlungen führten dazu, daß am 10. Juni 1525 vier Bürger und vier Bauern auf dem Merseburger Markt geköpft wurden.

Aufhebung

Nach dem Tod des letzten katholischen Bischofs im Jahr 1561 setzt sich dann auch in Merseburg die Reformation endgültig durch. Herzog Alexander, Sohn des Herzogs August von Sachsen, war weitere vier Jahre lang der Verweser des Territoriums, ehe es 1565 an Kursachsen kam. Später war es Teil des kurzlebigen Herzogtums Sachsen-Merseburg.

Verweise