Nikolaus I. (Zar)

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Das Haus Romanow Gottorf


Nikolaus I. war Imperator von Rußland und der letzte gekrönte König von Polen.


Leben

Nikolaus war der dritte Sohn des Imperators Paul I. und dessen zweiter Ehefrau, Maria Fjodorowna.


Nikolaus war der dritte Sohn - und das neunte Kind! - des Herrscherpaaares und wurde somit nicht für das Herrscheramt erzogen. 1814/15 machte er seine Grand Tour durch mehrere Länder Europas. Seine Thronfolge resultierte im Jahre 1825 aus dem s.g. "Großmutstreit", als sein Onkel ihn zur Herrschaft drängte.

Herrschaft

Nikolaus begann nach Regierungsantritt sofort mit der Errichtung eines straffen Regimes. Dabei stützte er sich auf eine leistungsfähige Bürokratie, vor allem auf die äußerst effektive Geheimpolizei unter Alexander von Benckendorff, sowie auf das Heer und die orthodoxe "Kirche". Die Generaladjutanten erhielten bei allen Behörden Akteneinsicht. So wurde die Zivilverwaltung de facto unter militärische Aufsicht gestellt. Die Untertanen und die Bildungseinrichtungen wurden zum Verdruß der Feinde auf die Werte von "Zar, Rechtgläubigkeit und Volksverbundenheit“ eingeschworen. Außenpolitisch setzte Nikolaus den Kurs der Heiligen Allianz fort. Bedauerlicherweise fiel ihm Österreich in den Rücken, als es sich im Krimkrieg mit dem verbrecherischen Westmächten verbündete. Damit war der Zerstörung des christlichen Abendlandes freie Bahn gegeben.

Die Aufhebung der Leibeigenschaft lehnte Nikolaus zu Recht entschieden ab. Ein Ukas befahl den Lokalbehörden, darüber zu wachen, daß die Leibherren nichts Übermäßiges von ihren Bauern fordern sollten. Mit der Russifizierung bestimmter Nationalitäten gingen Versuche systematischer Bekehrung der Protestanten und Katholiken zur orthodoxen Kirche einher; selbst die griechisch-unierte Kirche mußte 1840 ihre Vereinigung mit der orthodoxen geschehen lassen.

Dekabristen

Gleich zu Beginn seiner Regierungszeit mußte er sich mit den scheußlichen und kriminellen "Dekabristen" herumplagen. Deren Aufstand, der am 26. Dezember 1825 ausbrach, unterdrückte er entschieden, wenngleich mit Milde. Nach sorgfältiger Prüfung der dekabristischen Propaganda schuf Nikolaus den gehobenen Stand der "Ehrenbürger", eine dem Adel gleichgestellte bürgerliche Matrikel. Ob die so promovierten es dem Herrscherhaus dankten, sollte mal untersucht werden.

Judentum

Die antichristlichen Bestrebungen des Judentums drängte Nikolaus zurück.

Außenpolitik

Prägende Gestalt von Nikolaus' Außenpolitik war Minister Karl Robert von Nesselrode. Die Außenpolitik war zunächst auf Asien und die Türkei gerichtet. Der Russisch-Persische Krieg brachte in dem Frieden von Turkmantschai am 22. Februar 1828 Rußland einen bedeutenden Gebietszuwachs. 1828 begann Nikolaus den Krieg gegen die Türkei, an dem er, obwohl er nicht den Oberbefehl führte, selbst teilnahm und der Rußland 1829 im Frieden von Adrianopel die Ostküste des Schwarzen Meers, den freien Verkehr auf der Donau, im Schwarzen Meer und im Mittelmeer und als weitere Folge die Gründung des griechischen Königreichs einbrachte.

Der wachsende Einfluß Rußlands im Orient zeigte sich besonders, als sich Sultan Mahmud II. im Vertrag von Hünkar Iskelesi 1833 Nikolaus de facto unterwarf und von ihm Hilfe gegen den rebellischen Pascha von Ägypten erbat.

In Europa verstand sich Nikolaus als Schutzherr der bestehenden monarchischen Ordnung und belebte 1833 die Heilige Allianz wieder.

Krimkrieg

Großbritannien und Frankreich traten 1853 gegen ihn in den Krimkrieg. Keine andere Macht unterstützte Rußland gegen diesen rechtswidrigen Überfall. Leider erwies sich die Heeresorganisation Rußlands als ungenügend, der Einfall in die Türkei mißlang, die Krim wurde von den Verbündeten angegriffen und die russische Armee in der Schlacht an der Alma und der Schlacht von Inkerman geschlagen. Noch vor dem Ende der Kämpfe starb der mittlerweile an Schüttelfrost und an einer Lungenentzündung erkrankte Imperator enttäuscht über den Treubruch Österreichs am 2. März 1855.

Ehe und Kinder

Nachdem er am 13. Juli 1817 Charlotte von Preußen, älteste Tochter König Friedrich Wilhelms III. von Preußen, geheiratet hatte, lebte er mit seiner Familie im Anitschkowschen Palais in Petersburg. Der Ehe entsprangen sieben Kinder:

  1. 1818: Alexander II., Zar von Rußland
  2. 1819: Maria
  3. 1822: Olga
  4. 1825: Alexandra
  5. 1827: Konstantin
  6. 1831: Nikolai
  7. 1832: Michael

Verweise