O Ewigkeit, du Donnerwort I (BWV 60)

Aus Monarchieliga
Version vom 11. Dezember 2018, 16:00 Uhr von Mm54 (Diskussion | Beiträge)

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  • BWV 60
  • BC A 161


Dies ist eine Kantate für den 24. Sonntag nach Trinitatis. Sie wurde zum 7. November 1723 komponiert und aufgeführt.


Libretto

Choralfantasie: O Ewigkeit, du Donnerwort / Herr, ich warte auf dein Heil

Furcht: O Ewigkeit, du Donnerwort,
o Schwert, das durch die Seele bohrt,
o Anfang sonder Ende!
O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit,
ich weiß vor großer Traurigkeit
nicht, wo ich mich hinwende.
Mein ganz erschrocknes Herze bebt,
daß mir die Zung am Gaumen klebt.


Hoffnung: Herr, ich warte auf dein Heil.

Recitativo: O schwerer Gang

Furcht: O schwerer Gang zum letzten Kampf und Streite!


Hoffnung: Mein Beistand ist schon da,
mein Heiland steht mir ja
mit Trost zur Seite.


Furcht: Die Todesangst, der letzte Schmerz
ereilt und überfällt mein Herz
und martert diese Glieder.


Hoffnung: Ich lege diesen Leib vor Gott zum Opfer nieder.
ist gleich der Trübsal Feuer heiß,
genung, es reinigt mich zu Gottes Preis!


Furcht: Doch nun wird sich der Sünden große Schuld vor mein Gesichte stellen.


Hoffnung: Gott wird deswegen doch kein Todesurteil fällen.
Er gibt ein Ende den Versuchungsplagen,
daß man sie kann ertragen.


Aria Duetto: Mein letztes Lager will mich schrecken

Furcht: Mein letztes Lager will mich schrecken.


Hoffnung: Mich wird des Heilands Hand bedecken.


Furcht: Des Glaubens Schwachheit sinket fast.


Hoffnung: Mein Jesus trägt mit mir die Last.


Furcht: Das offne Grab sieht greulich aus.


Hoffnung: Es wird mir doch ein Friedenshaus!


Recitativo - Arioso: Der Tod bleibt doch der menschlichen Natur verhaßt

Furcht: Der Tod bleibt doch der menschlichen Natur verhaßt und reißet fast die Hoffnung ganz zu Boden.


Christus: Selig sind die Toten!


Furcht: Ach! aber ach, wieviel Gefahr
stellt sich der Seele dar,
den Sterbeweg zu gehen!
Vielleicht wird ihr der Höllenrachen
den Tod erschrecklich machen,
wenn er sie zu verschlingen sucht,
vielleicht ist sie bereits verflucht
zum ewigen Verderben.


Christus: Selig sind die Toten, die in dem Herren sterben!


Furcht: Wenn ich im Herren sterbe,
ist denn die Seligkeit mein Teil und Erbe?
Der Leib wird ja der Würmer Speise!
Ja, werden meine Glieder
zu Staub und Erde wieder,
da ich ein Kind des Todes heiße,
so schein ich ja im Grabe zu verderben.


Christus: Selig sind die Toten, die in dem Herren sterben, von nun an!


Furcht: Wohlan,
soll ich von nun an selig sein,
so stelle dich, o Hoffnung, wieder ein!
Mein Leib mag ohne Furcht im Schlafe ruhn,
der Geist kann einen Blick in jene Freude tun.


Corale: Es ist genug, Herr, wenn es dir gefällt

Es ist genung,
Herr, wenn es dir gefällt,
so spanne mich doch aus!
Mein Jesus kömmt;
nun gute Nacht, o Welt,
ich fahr in's Himmelshaus.
Ich fahre sicher hin mit Frieden,
mein großer Jammer bleibt darnieden,
es ist genung, es ist genung.

Verweise