O holder Tag, erwünschte Zeit

Aus Monarchieliga
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  • BWV 210
  • BC G 44


Leider ist nicht bekannt, für welche Hochzeit J. S. Bach diese Kantate geschaffen hat.


Text der Kantate

Rezitativ: O holder Tag, erwünschte Zeit

O holder Tag, erwünschte Zeit;
willkommen, frohe Stunden,
ihr bringt ein Fest, das uns erfreut!
Weg, Schwermut, weg, weg, Traurigkeit,
der Himmel, welcher vor uns wachet,
hat euch zu unsrer Lust gemachet:
Drum laßt uns fröhlich sein!
Wir sind von Gott dazu verbunden,
uns mit den Frohen zu erfreun.

Arie: Spielet, ihr beseelten Lieder

Spielet, ihr beseelten Lieder,
werfet die entzückte Brust
In die Ohnmacht sanfte nieder!

Aber durch der Saiten Lust
stärket und erholt sie wieder!

Rezitativ: Doch haltet ein, ihr muntern Saiten

Doch haltet ein, ihr muntern Saiten,
denn bei verliebten Eheleuten soll's stille sein!
Ihr harmoniert nicht mit der Liebe;
Denn eure angebornen Triebe,
verleiten uns zur Eitelkeit,
Und dieses schickt sich nicht zur Zeit.
Ein frommes Ehepaar
will lieber zu dem Dankaltar mit dem Gemüte treten
und ein beseeltes Abba beten.
Es ist vielmehr im Geist bemüht
und dichtet in der Brust ein angenehmes Lied!

Arie: Ruhet hie, matte Töne

Ruhet hie, matte Töne,
matte Töne, ruhet hie!

Eure zarte Harmonie
ist für die beglückte Eh'
nicht die wahre Panazee.

Rezitativ: So glaubt man denn

So glaubt man denn, daß die Musik verführe
und gar nicht mit der Liebe harmoniere?
O nein! Wer wollte denn nicht ihren Wert betrachten,
auf den so hohe Gönner achten?
Gewiß, die gütige Natur
zieht uns von ihr auf eine höh're Spur.
Sie ist der Liebe gleich, ein großes Himmelskind,
nur daß sie nicht, als wie die Liebe blind.
Sie schleicht in alle Herzen ein
und kann bei Hoh' und Niedern sein.
Sie lockt den Sinn zum Himmel hin und kann verliebten Seelen
des Höchsten Ruhm erzählen.
Ja, heißt die Liebe sonst weit stärker als der Tod - wer leugnet?
Die Musik stärkt uns in Todes Not.
O wundervolles Spiel,
dich, dich verehrt man viel.
Doch was erklingt dort für ein Klagelied,
Das den geschwinden Ton beliebter Saiten flieht?

Arie: Schweigt, ihr Flöten

Schweigt, ihr Flöten, schweigt, ihr Töne,
denn ihr klingt dem Neid nicht schöne!

Eilt durch die geschwärzte Luft,
bis man euch zu Grabe ruft!

Rezitativ: Was Luft, was Grab

Was Luft, was Grab?
Soll die Musik verderben,
die uns so großen Nutzen gab?
Soll so ein Himmelskind ersterben,
und zwar für eine Höllenbrut?
O nein! Das kann nicht sein!
Drum auf, erfrische deinen Mut!
Die Liebe kann vergnügte Saiten
gar wohl vor ihrem Throne leiden.
Indessen laß dich nur den blassen Neid verlachen,
Was wird sich dein Gesang aus Satans Kindern machen?
Genug, daß dich der Himmel schützt,
wenn sich ein Feind auf dich erhitzt.
Getrost, es leben noch Patronen,
die gern bei deiner Anmut wohnen.
Und einen solchen Mäzenat
sollst du auch itzo in der Tat
An seinem Hochzeitfest verehren.
Wohlan, laß deine Stimme hören!

Arie: Großer Gönner, dein Vergnügen

Großer Gönner, dein Vergnügen
muß auch unsern Klang besiegen,
denn du verehrst uns deine Gunst.

Unter deinen Weisheitsschätzen
kann dich nichts so sehr ergötzen
als der süßen Töne Kunst.

Rezitativ: Hochteurer Mann

Hochteurer Mann, so fahre ferner fort,
Der edlen Harmonie wie jetzt geneigt zu bleiben;
So wird sie dir dereinst die Traurigkeit vertreiben.
So wird an manchem Ort dein wohlverdientes Lob erschallen.
Dein Ruhm wird wie ein Demantstein,
ja wie ein fester Stahl beständig sein,
Bis daß er in der ganzen Welt erklinge.
Indessen gönne mir, daß ich bei deiner Hochzeit Freude
Ein wünschend Opfer zubereite
Und nach Gebühr dein künftig Glück und Wohl besinge.

Arie: Seid beglückt, edle beide

Seid beglückt, edle beide!
Edle beide, seid beglückt!

Beständige Lust
erfülle die Wohnung, vergnüge die Brust,
bis euch die Hochzeit des Lammes erquickt.

Verweise