Pöhlde (Pf.)

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Die Pfalz Pöhlde war eine Königspfalz in Sachsen, die als Pfalzstift gemeinsam mit einem Kloster bestand.


Lage

Die Pfalz Pöhlde befand sich auf dem Gelände der 1668 errichteten Kirche von Pöhlde. Pöhlde liegt am Flüßchen Oder am Südwestrand des Harzes, dicht bei der Stadt Herzberg.

Geschichte

Die Pfalz Pöhlde ist eine der fünf Pfalzanlagen im heutigen Niedersachsen (Werla, Goslar, Dahlum, Grone).

Die Pfalz entstand aus einem Landgut der Liudolfinger, das die Heilige Matilde 927 von ihrem Mann Heinrich I. erhalten hatte. Nach seinem Tod bat sie ihren Sohn Otto I., das Landgut in ein Kanonikerstift umwandeln zu lassen. König Otto I. unterzeichnete am 16. Mai 952 eine Urkunde, die bestimmte, daß das zu erbauende Kloster neben der Pfalz als Mönchsabtei errichtet werden sollte. Es wurde von Benediktinern besiedelt.

Die Pfalz- und Klostergebäude befanden sich um die heutige Kirche und im Pfarrgarten. Zwischen Pfalz und Klosterkirche bestand ein Verbindungsgang. Die Pfalz wurde von den nachfolgenden Kaisern, besonders von Heinrich II., oft besucht. Schriftlich dokumentiert sind 27 Besuche. Weil diese besonders oft zu Weihnachten stattfanden, erhielt die Pfalz Pöhlde den Namen „Weihnachtspfalz“.

Ekkehard I., Markgraf von Meißen und Herzog von Thüringen, wurde am 30. April 1002 von Siegfried II., Benno von Northeim und Heinrich II. von Liesgau sowie Udo von Katlenburg in der Pfalz Pöhlde ermordet, weil er Ansprüche auf den deutschen Thron erhob. Gegenpapst Gregor VI. suchte zu Weihnachten 1012 Heinrich II. in der Pfalz Pöhlde auf, um dessen Anerkennung zu erhalten.

Wallburg Pöhlde

In welcher konkreten Beziehung die Pfalzanlage zur Wallburg Pöhlde am Fastweg auf dem Rotenberg in etwa 500 Meter Entfernung bestanden hat, ist nicht näher bekannt. Der Sage nach soll Heinrich der Vogler auf der Wallburg Pöhlde im Jahre 919 die Nachricht erhalten haben, daß er als erster Sachse zum König des Ostfrankenreichs gewählt worden sei. Daher sei die Befestigungsanlage als „König Heinrichs Vogelherd“ benannt worden. Archäologischen Untersuchungen zufolge handelte es sich um eine sporadisch aufgesuchte Fliehburg und keinen dauerhaften Herrschaftssitz. Die Reliefs von Hohlwegen von der Burg hinunter nach Pöhlde sind noch heute im Gelände erkennbar.


Verweise





Einzelnachweise