Papstkrönung

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Die Päpste tragen die Papstkrone, die Tiara. Diese Dreifachkrone proklamiert den höheren Rangs der geistlichen Herrschaft Christi über alle Reiche dieser Welt. Als "Krone Petri", des ersten Stellvertreter Christi, ist sie im Wappen des Hl. Stuhls wie des Vatikanstaats zu sehen.

Ursprung

Papst Silvester I. lehnte es ab, ein von Kaiser Konstantin verliehenes Diadem zu tragen. Möglicherweise trugen nämlich schon die allerersten Päpste jene konische Mütze, für die es frühe bildliche Darstellungen gibt; entweder von alttestametlichen oder orientalischen Vorbildern angeregt (oder beides). Zunächst trat zwar ein einzelner Goldreif hinzu. Aber auch in späterer Zeit wurde die optische Unähnlichkeit der Papstkrone zu weltlichen Kronen immer stärker herausgearbeitet.

Entwicklung

Die mit einer Inthronisation verbundene Papstkrönung ist zurückzuführen auf Leo III. (795). Sie findet in St. Peter, beim Apostelgrab statt. Von Anfang an ist die Krönung also vom Bischofsamt des Papstes unterschieden, da seine Kathedrale die Lateranbasilika ist. Bonifaz VIII. ist auf dem Giotto zugeschriebenen Fresko in S. Giovanni in Laterano, das ihn bei Ausrufung des Heiligen Jahres 1300 zeigt, mit einer mit zwei Kronen ausgestatteten Tiara zu sehen.

Als erster Träger einer (so bezeichneten) Tiara gilt nach überwiegender Auffassung bereits 1099 Papst Paschalis II. Den dritten Kronreif fügte vermutlich Klemens V. in Avignon hinzu; eine Dreifachkrone zeigt jedenfalls das Grabmal Benedikt XII. Auch andere Züge der Hofhaltung zu Avignon wurden später im Vatikan zu Rom fortgesetzt, etwa die in ein Palastzeremoniell umgestaltete römische Papstliturgie.

Nach dem Verlust des Kirchenstaates 1870 ließ sich Papst Leo XIII. 1878 zwar in der Sixtinischen Kapelle krönen, aber die verbliebene Bedeutung der traditionellen Krönung war ungewiss. Bis zur Lösung der Römischen Frage 1929 wurden die Papstkrönungen aus Prinzip beibehalten. Pius XII. wurde am 12. März 1939 auf der Benediktionsloggia des Petersdoms gekrönt, Johannes XXIII. dort am 4. November 1958, Paul VI. am 30. Juni 1963 auf dem Petersplatz.

Zwar hatte der Pseudopapst Paul VI. seine modern gestaltete Tiara am 13. November 1964 während des 2. Vatikanischen Konzils niedergelegt, die Frage einer künftigen Krönung aber offen gelassen. Das kurze "Pontifikat" von Albino Luciani wurde in dieser Frage entscheidend, da er am 3. September 1978 ein kurzes Zeremoniell der Amtseinführung, anstelle der traditionellen Krönung, einführte. Seine Nachfolger folgten diesem Muster.

Ratzinger entschied anläßlich seiner Amtseinführung am 24. April 2005, daß das Pallium in altkirchlicher Form (als breiter Schal), das an ein ostkirchliches Omophorion erinnert, das priesterliche Hirtenamt des Papstes repräsentiert. Seit dem Hochfest der hll. Petrus und Paulus 2008 trägt auch er wieder die kurze Form des Palliums. Im persönlichen Papstwappen verzichtete Benedikt zugunsten einer bischöflichen Mitra auf die Tiara-Darstellung. Damit kommt zum Ausdruck, daß der Papst vor allem der Bischof der katholischen Kirche ist.

Die Krönungszeremonie

Die Papstkrönung fand gewöhnlich am ersten Sonntag oder gebotenen Feiertag nach der Wahl in der Peterskirche statt. Auf dem Weg zum Altar wurde dreimal vor dem Papst etwas Werg mit den Worten verbrannt: "Heiliger Vater, so vergeht die Herrlichkeit der Welt." Nach dem Confiteor der Krönungsmesse, die der Papst selbst feierte, wurde ihm nach einem dreifachen Weihegebet das Pallium überreicht und die alte Krönungslitanei gesungen.

Epistel und Evangelium wurden, wie auch sonst bei feierlichen Papstmessen, lateinisch und griechisch gesungen. Erst nach der Messe setzte der erste Kardinaldiakon dem Papst in einer betont knappen Zeremonie die Tiara auf. Bedeutsame Worte aus dem Papstkrönungsritus lauten: "Empfange die mit drei Kronen geschmückte Tiara und wisse, daß du bist der Vater der Fürsten und Könige, der Lenker des Erdkreises, der Stellvertreter unseres Erlösers, dem Ehre und Ruhm sei in Ewigkeit." Es wird der Hymnus: "Coronam auream super caput eius …" gesungen

Krönungseid

Der Krönungseid des Papstes geht auf die ersten Jahrhunderte zurück. Dieser ist im Liber diurnus pontificum vom Jahre 678 des heiligen Papstes Paschalis I. verzeichnet. Seit 1302 ist er nicht mehr schriftlich geschworen worden. Bis Johannes Paul I. wurde dieser Eid von allen Päpsten abgelegt. In diesem Schwur beeidet der Neue Pontifex, daß er nicht von der Tradition seiner Vorgängerpäpste abweiche.

Am Schluß der Formel spricht er einen Bannfluch, sogar über sich selbst mit den Worten: "sollte irgend jemand, seien es Wir selbst oder ein anderer, das lästerliche Wagnis unternehmen diese gottgefällige Tradition ändern zu wollen, tun Wir ihn in den Bann."

Mindestens am Beginn des Pontifikates sollte der neue Pontifex die Königsherrschaft Christi, dessen Stellvertreter der Papst ist, anzeigen. Die Sichtbarmachung des Königtums Christi, verlangt das Amt des Papstes.

Er ist verantwortlich für die ganze Kirche und steht über den Bischöfen, auch wenn seine menschliche Demut keine Machtdemonstration erheischt. Ein Kardinal der nicht dienen wollte, wäre für das Papstamt untauglich.

Der Krönungstag des Papstes wurde in der Kirche besonders gefeiert.

Verweise