Peter I. der Große

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Das Haus Romanow Gottorf


Peter der Große war von 1682 bis 1721 Zar und Großfürst und Zar von Rußland und von 1721 bis 1725 der erste Imperator des Russischen Reichs.


Leben

Peter wurde im Moskauer Kreml geboren. Sein Vater hatte zahlreiche Nachkommen, darunter Peter als vierzehntes Kind. Peters Mutter war die zweite Frau von Alexei Michailowitsch, Natalja Kirillowna Naryschkina. Als Peters Vater 1676 starb, bestieg Peters Halbbruder Fjodor III. den Zarenthron. Nach dem Tod Fjodors 1682 fand sich der zehnjährige Peter mitten in einem Kampf um den Thron seines Landes wieder, der im Ersten Strelitzenaufstand gipfelte. Vor seinen Augen ermordeten die Strelizen zwei Brüder seiner Mutter sowie deren Ziehvater Matwejew. Aus diesem furchtbaren Erlebnis resultierte ein berechtigter Haß Peters auf die Strelitzen.

Junger Zar

1682 wurde Peter zusammen mit seinem älteren Halbbruder Iwan V. zum Zaren ernannt. Regentin wurde jedoch aufgrund der Minderjährigkeit Peters seine Schwester Sophia, die ihre Macht auf die Strelitzen stützte. Formal blieb Iwan bis zu seinem Tode im Jahre 1696 noch Zar neben Peter. Da Iwan aber krank war, sollte er bis zu seinem Tod keinen Einfluß auf die Regierungsgeschäfte haben.

Peter wurde auf dem Dorf Preobraschenskoje erzogen. Dort bildete er aus Spielkameraden ein soldatisches Regiment, das ihn später als Garde-Regiment schützen sollte. Es gelang ihm frühe Entmachtungsversuche streng niederzuschlagen. Leider zwang ihm seine Mutter eine ungeliebte Ehefrau auf. Besuche in den Moskauer Ausländervierteln erweckten Peters Interesse an westeuropäischer, meist kalvinistischer, Kultur. Peter erlernte dort auch Fremdsprachen, so auch die deutsche Sprache. Ebenfalls wurde in ihm die Liebe zur Seefahrt geweckt.

Alleinherrscher

Nach dem Tod der dominierenden Mutter trat Peter die Alleinherrschaft an. Er bereiste sein ganzes riesiges Reich. Erste Feldzüge richteten sich gegen Krimtataren und an die Schwarmeerküste, wo er in Taganrog einen ersten Hafen errichtete. Von 1697 bis 1698 war Peter inkognito in Westeuropa unterwegs. Zur Niederschlagung von Strelitzenaufständen reiste Peter jeweils nach Moskau zurück.

Großer Nordischer Krieg

Im Großen Nordischen Kriegkonnte Peter mit dem Sieg in der Schlacht bei Poltawa (1709) die Kriegswende herbeiführen. Später setzte ihm die Hohe Pforte zu. Er mußte Asow und die mühsam eingerichtete Schwarzmeerflotte wieder abtreten. 1703 gründete Peter die Stadt Sankt Petersburg, die er ab 1710 ohne entsprechenden Erlaß als neue Hauptstadt des Russischen Reiches bezeichnete. 1721 nahm Zar Peter den Titel eines "allrussischer Herrschers"[1] an. Diesen Titel trugen die russischen Herrscher fortan bis 1917. 1722 führte Peter per Erlaß die traditionell praktizierte, von der Reihenfolge der Geburt abhängige Thronfolge ab. Nun konnte der herrschende Regent seinen Nachfolger frei bestimmen, auch von außerhalb der Familie, und einen unwürdigen Nachfolger wieder absetzen.

Orthodoxe „Kirche“

Peter hatte die russische „Kirche“ stets als widerspenstigen Gegner seiner Reformen betrachtet. Daher ließ er nach dem Tod des Patriarchen Adrian im Jahre 1700 die Stelle des höchsten Geistlichen unbesetzt. Besonders verhaßt waren ihm die Altgläubigen,[2] die er durch zahlreiche Gesetze bekämpfte. 1719 wurden die Jesuiten aus Rußland vertrieben. Ab dem 25. Januar 1721 stellte der Zar die russisch-orthodoxe „Kirche“ endgültig unter Staatsverwaltung. Der „Heilige Synod“, ersetzte das seit 1593 bestehende Moskauer Patriarchat.

Ehe und Nachkommen

Aus der Ehe mit Jewdokija Lopuchina hatte Peter der Große drei Söhne:

  1. Alexei (1690–1718), Zarewitsch von Rußland und Vater von Peter II.
  2. Alexander (1691–1692)
  3. Paul (1693).

Aus der Ehe mit Martha Skawronskaja (später Katarina I.) gingen zwölf Kinder hervor (nach andere Zählungen elf), von denen nur zwei Töchter das Erwachsenenalter erreichten:

  1. Anna (1708–1728), Stammmutter der Linie Romanow-Holstein-Gottorf,
  2. Elisabet (1709–1762), Zarin von Rußland 1741–1762.

Ehrungen

  • Weltberühmt sind die beiden Denkmale in Sankt Petersburg und in Moskau.
  • Die Peter-der-Große-Bucht wurde nach ihm benannt;[3] ebenso mehrere russische Schiffe.

Verweise



Einzelnachweise

  1. Imperator wsjerossijskij
  2. Raskolniki
  3. Bucht im russischen Fernen Osten, bestehend aus Amurbucht und Ussuribucht.