Präventivkrieg

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Als Präventivkrieg wird ein militärischer Angriff bezeichnet, der einem angeblich oder tatsächlich drohenden Angriff eines Gegners zuvorkommen und diesen vereiteln soll, also eine Offensive in defensiver Absicht.


Ziel des Krieges

Der Präventivschlag führt

  • zu einem Enthauptungsschlag, der die gegnerische Streitmacht massiv schwächt nzw. vernichtet, oder
  • zu einem regulären Krieg, der verhindern soll, daß Kampfhandlungen auf dem eigenen Territorium ausgetragen werden.

Präventivkriege sind auch als vorweggenommene Verteidigung i. A. nicht gerechtfertigt.

Wichtige Präventivkriege

  • Während der Balkanfeldzüge des Maurikios zwischen 591 und 602 stießen oströmische Heere in die Gebiete der Awaren nördlich der Donau vor, um deren Angriffsvorbereitungen zu stören.
  • Der Einmarsch Friedrichs II. von Preußen in Sachsen 1756, der Auslöser für den Siebenjährigen Krieg. Obwohl Friedrich in Dresden Belege für die gegen ihn geschmiedete Koalition fand, galt er durch den Überfall als Aggressor. (Besser prävenire als präveniri.)
  • 1801 und am 5. September 1807 griff Großbritannien das neutrale Dänemark an, um die Durchfahrt von der Nordsee zur Ostsee sicherzustellen, die durch ein mögliches Bündnis Dänemarks mit Napoléon blockiert gewesen wäre.
  • Anläßlich des Caroline-Vorfalls zwischen den USA und Großbritannien auf dem Niagara River 1837 versenkten britische Truppen den amerikanischen Dampfer Caroline, weil sich darauf amerikanische Aufständische befanden, die mutmaßlich planten, die britische Kolonie Oberkanada gewaltsam zu befreien.
  • Russisch-Japanischer Krieg: Angriff einer Flotte von japanischen Torpedobooten gegen das Russische Pazifikgeschwader im Hafen von Port Artur noch vor der offiziellen Kriegserklärung.

Verweise