Rügenwalde (Sl.)

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Das Schloß Rügenwalde ist ein Schloß in Ostpommern.


Lage

Das Schloß befindet sich in Rügenwalde auf einer Insel der Wipper.

Geschichte

1352 kaufte Herzog Bogislaw V. die Schloßinsel für 1.500 Mark von der Rügenwalder Bürgerin Elisabeth von Behr gekauft. 1372 fand im Rügenwalder Schloss eine Zusammenkunft der Herzöge Pommerns statt. Das Schloß wurde nicht durchgängig als Residenz genutzt, trotzdem achteten alle Herzöge auf Erhaltung und Ausbau der Anlage.

Von 1449 bis 1459 verbrachte Herzog Erich I., Pommernherzog und König von Dänemark, Schweden und Norwegen, auf dem Schloß die letzten zehn Jahre seines Lebens. Er war es, der die 2. Bauphase begann, mit der die Burg als Schloß ausgebaut und wesentlich modernisiert wurde. Er achtete auch besonders auf die Wehrfähigkeit der Anlage. Von 1474 bis 1483 residierte Herzogin Sophia, Ehefrau Erichs II. auf dem Schloß. Sie war eine Tochter des Herzogs Bogislaw IX. von Pommern-Stolp und seiner Ehefrau, der masowischen Prinzessin Maria. Die Rügenwalder Bürger nannten Herzogin Sophia „die weiße Dame“.

Von 1478 bis 1532 regierte Bogislaw X. in Pommern. Er beschloß die 3. Bauphase, er ließ den sogenannten „Erichflügel“ des Schlosses abreißen und an der westlichen Außenmauer einen neuen Flügel, den drei geschossigen unterkellerten „Wipperflügel“ als neues herzogliches Wohngebäude anbauen.

Von 1493 bis 1497 wohnte auf dem Schloß die zweite Ehefrau Bogislaws X., die Herzogin Anna, Tochter Kasimirs II. von Polen. Bis dahin war das Schloß überwiegend gotisch geprägt. In der ersten Hälfte des 16. Jh. baute Herzog Barnim IX. das Schloß in seiner 4. Bauphase aus. Unter anderem wurden der Ost- und der Südflüge erhöht, ebenso der Schlossturm - jetzt auf 26 Meter Höhe.

Um 1571 errichtete Herzog Johann Friedrich in der 5. und letzten Bauphase an der Nordseite ein neues Torgebäude im Renaissancestil, den Nordflügel. Herzog Bogislaw XIV. war dann der letzte herzogliche Bewohner, der die Bauten nach dem Brand von 1624 wieder aufbauen und auch wesentlich modernisieren ließ. 1639 erfolgte die Fertigstellung, Einweihung und Namensgebung der Schloßkapelle, die seither den Namen Elisabethkapelle trägt. Sie entstand aus dem ehemaligen Rittersaal.

Von 1622 bis 1637 verbrachte Herzogin Elisabeth, seit 1637 Witwe Bogislaws XIV., auf dem Schloß die letzten Jahre ihres Lebens bis 1653. Im Jahre 1653 fiel das Schloss dann - wie ganz Hinterpommern - dem kurfürstlichen Hause Brandenburg zu. Es verlor jetzt die Funktion als Residenzschloss, es wurde Staatsbesitz von Brandenburg/Preußen. Es hatte im Wesentlichen wirtschaftlichen Charakter. Um 1750 wurde das Schloss in ein Salzlager umgewandelt.

Im Jahre 1805 wurden die Kirchengemeinde der Schloßkapelle aufgelöst, die Schloßkapelle geschlossen und das wertvolle Kircheninventar ausgelagert. Der kunsthistorisch bedeutende mittelalterliche Silberaltar wurde 1806 in der Marienkirche wieder aufgestellt, die Kanzel in der Gertrudkapelle.

1800 ff.

In den Jahren 1807–1808 befand sich auf dem Schloß ein Lazarett für Napoleonische Soldaten. Im Jahr 1833 wurde der durch Brände vernichtete Westflügel ganz abgerissen; vom Verbindungstrakt und vom Nordflügel wurden dagegen nur die oberen Stockwerke entfernt. Um 1850 waren im Südflügel ein Gericht und ein Gefängnis untergebracht. Im Ostflügel befand sich ein Getreidelager. Zwischenzeitlich dachte man über einen totalen Abriß nach, glücklicherweise wurde das aber verworfen. Leider aber nahm der Verfall zu.

Zwischen 1929 und 1935 wurde das Schloß renoviert und in ein Museum umgewandelt. Seit 1929 ist es Sitz des von dem Rügenwalder Lehrer Karl Rosenow gegründeten Kreisheimatmuseums. Bis 1945 war Rosenow dessen Leiter. Die Stadt Rügenwalde erlitt während des Zweiten Weltkriegs keine großen Zerstörungen. Auch das Schloß war weitgehend unversehrt geblieben. Nachdem Hinterpommern nach Ende des Zweiten Weltkriegs unter polnische Verwaltung gestellt worden war, wurde das Schloss schon am 1. Juli 1945 dem Publikum wieder zugänglich gemacht, und der Museumsbetrieb wurde wieder aufgenommen.

In den 1970er und 1980er Jahren erfolgten stufenweise umfassende Renovierungs-, Verbesserungs- und Konservierungsmaßnahmen mit umfassenden bautechnischen und archäologischen Untersuchungen. 1988 erfolgte eine Neueröffnung der musealen Räume.

Verweise