Ranen

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  • auch „Rujanen“


Die Ranen waren ein germanisches Volk auf der Insel Rügen und dem umliegenden Festland.


Geschichte

Die Fürsten der Ranen herrschten von den Wallburgen Charenza[1] und dem Rugard aus.

Im Zuge des Landesausbaus und der damit einhergehenden Besiedlung wurde das Ostniederdeutsche im 13. Jahrhundert Amts- und bald auch unter den Ranen Alltagssprache. Die letzte ranisch sprechende Frau soll erst 1404 auf Jasmund gestorben sein.

Der Stamm der Ranen könnte ein Teil der in der Völkerwanderung abwandernden Rugier gewesen sein. Teile der Insel und des umgebenden Festlandes waren kontinuierlich besiedelt.

Erwähnung finden die Ranen bei Widukind von Korvey, als sie 955 im Bund mit Otto dem Großen die Schlacht an der Recknitz gegen Wilzen und Abodriten gewannen. Anfang des 12. Jahrhunderts versuchten die Dänen mehrmals, die ranische Vormachtstellung in der südlichen Ostsee zu brechen.

Die Ranen verloren ihre Unabhängigkeit, als die christlichen Dänen unter König Waldemar I. und dem Roskilder Bischof Absalon am 15. und 16. Juni 1168 die Tempelburg auf dem Kap Arkona eroberten. Nach der dänischen Einnahme dieses Hauptheiligtums kapitulierten die Ranen und übergaben Charenza kampflos.

Daraufhin wandten sich die rügenschen Fürsten dem Christentum zu und sicherten so ihre Vormachtstellung. Fürst Jaromar I. wurde zum Lehnsmann des dänischen Königs und die Insel wurde Bestandteil des dänischen Bistums Roskilde, während das Festland dem Bistum Schwerin unterstellt wurde. Die Ranen kämpften nun auf Seite der Dänen gegen die Pommern, bis 1186 war ganz Pommern dänisch geworden. Zur Festigung des Christentums wurden die Klöster Hilda, Bergen und Neuenkamp errichtet. Mit Wizlaw III. von Rügen starb im Jahre 1325 der letzte Fürst Rügens.

Verweise


Einzelnachweise

  1. heute: Venzer Burgwall, nordöstlich von Gingst