Rauscher, Josef Otmar von

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  • * 6. Oktober 1797 in Wien
  • † 24. November 1875 ebenda


Josef Otmar von Rauscher war von 1849 bis 1853 Fürstbischof von Seckau, von 1853 bis 1861 Erzbischof von Wien und von 1861 bis 1875 Fürsterzbischof von Wien, sowie seit 1855 Kardinal.


Leben

  • Er wurde am 21. August 1823 zum Priester geweiht.
  • Ab 1825 war er Professor für Kirchengeschichte und Kirchenrecht im Lyzeum in Salzburg.
  • Ab 1832 war er Direktor der orientalischen Akademie in Wien.
  • 1849 zum Fürstbischof von Seckau ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm der Salzburger Erzbischof Friedrich zu Schwarzenberg am 15. April 1849.
  • Am 26. März 1853 erfolgte die Ernennung zum Erzbischof der Erzdiözese Wien
  • 17. Dezember 1855 die Erhebung zum Kardinal. Er bekam die Titelkirche Santa Maria della Vittoria in Rom zugewiesen.

Rauscher war maßgeblich am Zustandekommen des Konkordates zwischen der katholischen Kirche und dem Kaiserhaus beteiligt. Es wurde am 18. August 1855 unterzeichnet und beendete den Josefinismus. 1856 gründete Rauscher das Erzbischöfliche Knabenseminar in Wien VI. Ab 1861 führte er auch den Titel „Fürsterzbischof“ und hatte als Mitglied des Herrenhauses einen Sitz im Reichsrat.

KIrchenkampf

1868 protestierte Franz Schmid, Bürgermeister der Kleingemeinde Unter-Lanzendorf bei Wien, gegen die Visitation des Erzbischofs in der Pfarrgemeinde Maria-Lanzendorf, da er die Ansicht vertrat, Othmar von Rauschers Kirchenpolitik stehe im Widerspruch zum neuen Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger.

Othmar von Rauscher sah sich als Verteidiger der kirchlichen Ehe und bezeichnete die Zivilehe in einem Hirtenbrief zurecht als „sündhaftes Konkubinat.“

Rauscher nahm am Vatikanischen Konzil teil, und war ein Führer der Inopportunisten, die gegen das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes auftraten, weil sie es als nicht „opportun“ ansahen. Er reiste am 17. Juli 1870 (am Vortag der Beschlußfassung) von Rom ab. Das Dogma selbst anerkannte er. Das Unfehlbarkeitsdogma war der Vorwand für die Aufhebung des Konkordats durch die Regierung im Jahr 1870.

Hochzeitspredigt

Am Abend des 24. April 1854 traute Erzbischof Rauscher in der Wiener Augustinerkirche das Kaiserpaar Franz Josef I. und Elisabeth. Kardinal Rauscher habe dabei eine ungemein blumige, weitschweifige Ansprache gehalten, die ihm den Spitznamen „Erzbischof Plauscher“ eingetragen haben soll.

Verweise