Reichsdeputationshauptschluß

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Der Reichsdeputationshauptschluß (RDHS) war ein ein quasi selbstmörderischer Gesetzesakt des Alten Reiches.


Zitate

  • Die Abtretung von einem Siebentel des deutschen Landes und die damit verbundene Vernichtung von 112 Einzelstaaten ist die größte Fürstenrevolution der deutschen Geschichte, ein ungeheurer Rechtsbruch, eine Vergewaltigung nach dem Grundsatz: Denn ich bin groß und du bist klein.[1]
  • Eine erste innerdeutsche Auswirkung napoleonischer Rücksichtslosigkeit und Brutalität waren die massenhaften Mediatisierungen, die in Ausführung des von ihm diktierten Friedens von Lünstadt nach zweijährigem schmählichem Schacher durch den Reichsdeputations-Hauptschluß von 1803 vollzogen wurden, und denen sich 1806 weitere mit Napoleons Segen durchgeführte Madiatisierungen anschlossen. Es ist schwer zu verstehen, wieso eine derartige Häufung flagranter staatsrechtlicher Rechtsbrüche durch die öffentliche Meinung von damals bis heute als fortschrittliche und segensreiche Modernisierung begrüßt und gefeiert werden konnte. Was aus Deutschlands guter, alter Zeit an farbenfreudigen und eigenwüchsigen Kulturtraditionen noch lebendig geblieben war, und zum Teil sogar im 18. Jh. eine Nachblüte erlebt hatte. wurde damals niedergewalzt und Bismarck setzte dieses napoleonische Zerstörungswerk 1866 fort.[2]


Verweise


Einzelnachweise

  1. K. F. Beckers Weltgeschichte, Bd. 1, S. 213
  2. Alexander Rüstow: Ortsbestimmung der Gegenwart. Zürich 1963, Bd. 2 S. 436