Romberg (Abt.)

Aus Monarchieliga
Wechseln zu: Navigation, Suche


Die Abtei Sankt Peter von Romberg war ein Kloster der Benediktinerinnen am Wasgenwald.

Lage

Bei der Abtei handelte es sich um ein Doppelkloster am Oberlauf der Mosel.


Geschichte

Die Abtei wurde um 620 von Romarich, einem Adligen zur Zeit der merowingischen Könige Teudebert II. und Lothar II. von Austrien, gegründet. Romarich trat im Jahr 600 in das Kloster Luxeuil ein, wo er auch die Ordensgelübde ablegte.

Von Lothar II. erhielt er 620 die ursprünglich gallo-römische und jetzt fränkische Villa Habendum in Romberg. Er gründete ein Petrus geweihtes Doppelkloster, erst das Frauenkloster auf einem Hügel, dann das Männerkloster im Tal, das er zusammen mit Amatus und nach dessen Tod alleine leitete. Romarichs Nachfolger wiederum wurde Adelfius.

Wenige Jahre nach der Gründung, als der erwachsen werdende austrische König Dagobert I. 629 nach Neustrien zog, um die Herrschaft im gesamten Frankenreich anzutreten, zog sich sein bisheriger Erzieher, Bischof Arnulf von Metz, der Stammvater der Arnulfinger und Karolinger, nach Romberg zurück, wo er vermutlich 640 oder 641 gestorben ist. Er fand im Kloster seine erste Ruhestätte, bis sein Nachfolger im Bischofsamt Goericus die Gebeine aus dem Kloster nach Metz überführen ließ.

Um 818 wurde das Kloster durch einen befestigten Konvent am Zusammenfluß von Mosel und Moselotte ergänzt. Nach dem Tod des Königs Lothar II. zog sich seine Geliebte Waldrada nach Romberg zurück, sie starb hier am 9. April eines nicht bekannten Jahres.

Am 28. September 1070 erhielt die Abtei von Kaiser Heinrich IV. die Reichsunmittelbarkeit, so daß die Herzöge von Lothringen dem Kaiser auch als „Grafen von Romberg“ huldigen mussten. Auf dieser Basis prägte Remiremont bis ins 13. Jh. hinein eigene Münzen. Am 24. April 1088 unterstellte Papst Urban II. die Abtei unmittelbar dem Heiligen Stuhl, so daß die vom Kapitel gewählte Äbtissin immer von Rom bestätigt werden musste. Etwa zur gleichen Zeit, also Ende des 11. Jh. begann die Umwandlung des Klosters in ein säkulares Damenstift, die Reorganisation war im 12. Jh. bereits abgeschlossen.

Im 12. und 13. Jahrhundert hatte das Kloster gegen die Ansprüche der Herzöge von Lothringen zu kämpfen, obwohl viele Äbtissinnen der herzoglichen Familie entstammten. Der Streit gipfelte in der Exkommunikation des Herzogs Friedrich I. von Lothringen im Jahr 1267 durch Papst Klemens IV.

Am Beginn des 14. Jh. endete schließlich im Kloster die Dominanz der lothringischen Äbtissinnen, ihre Nachfolgerinnen kamen nun aus der Freigrafschaft Burgund, schließlich dann fast durchweg aus Frankreich. Die erste von ihnen, Clémence d’Oyselet, wurde 1307 von König Albrecht I. zur Reichsfürstin ernannt. Im Jahr 1415 erhielt die Äbtissin Henriette d’Amoncourt den Fürstentitel von König Sigismund, ihre Nachfolgerinnen trugen ihn dann ebenfalls, nun jedoch ohne Verleihung durch den Herrscher. Erst 1566 gelang es Herzog Karl III. von Lothringen, die Reichsunmittelbarkeit der Abtei im Handstreich zu beenden, indem er einen Feldzug Kaiser Maximilians II. in Ungarn ausnutzte.

Ab 1751 wurde ein neues Palais für die Äbtissin im Stil eines Bischofspalastes gebaut, mit der Folge daß über die Bauten aus der Zeit vor 1751 keine Informationen mehr vorliegen. Den Beginn der Französischen Revolution überstand die Abtei nicht lange: Am 7. Dezember 1790 wurde die Klosterkirche geschlossen.

Statut

Die Angehörigen der Abtei wurden unter denjenigen Interessentinnen ausgewählt, deren 64 Vorfahren sämtlich adlig waren – eine Probe, die eine Tochter des Königs Heinrich IV. nicht bestand, da ihre Mutter die aus nichtadliger Familie stammende Maria de’ Medici war.

Lediglich die Äbtissin legte im Stift noch die Gelübde ab, für die Kanonikerinnen galten sie lediglich zeitweise, auch trugen sie weltliche Kleidung in Form einer prunkvollen perlgrauen Tracht, die mit weißem Pelz besetzt war, dazu eine zierliche Haube. Sie konnten sich immer gegen das Leben im Stift entscheiden, es zum Beispiel aufgeben, um zu heiraten, zudem lebten sie nicht mehr im Kloster, sondern in Privathäusern mit einer umfangreichen Dienerschaft. Die Stiftsdamen wählten zudem eine „Nichte“ genannte Person aus, die ihr zur gegebenen Zeit im Stift nachfolgen sollte. Die Zahl der Stiftsdamen überstieg niemals 72, bei der Auflösung waren es 32 Damen und 21 „Nichten“, die der Abtei angehörten.

Verweise