Mayer, Rupert

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Rupert Mayer gehörte zum katholischen Widerstand gegen den linken NS-Terror.


Leben

Rupert Mayer studierte Philosophie und Katholische Theologie in Freiburg/Üechtland. Am 2. Mai 1899 wurde er in Rottenburg zum Priester geweiht. Mayer begann am 1. Oktober 1900 ein Noviziat bei den Jesuiten in Feldkirch in Vorarlberg und setzte später die Ausbildung in den Niederlanden fort.

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg stellte er sich als Militärseelsorger zur Verfügung. Nachdem er Ende Dezember 1916 im rumänischen Sultatal als Feldgeistlicher der 8. bayerischen Reservedivision schwer verwundet worden war, mußte ihm das linke Bein amputiert werden. Er wurde mit dem EK I ausgezeichnet.

Weimarer Chaos

Nach dem Krieg rief er in seinen Predigten die Menschen zur inneren Erneuerung auf. Er besuchte politische Veranstaltungen, auch solche kirchenfeindlicher Gruppen. Der Münchner Kardinal Faulhaber ernannte ihn 1921 zum Präses der Marianischen Männerkongregation am Bürgersaal in München. 1925 initiierte Mayer die Einführung der Sonntagsgottesdienste auf dem Münchner Hauptbahnhof.

NS-Gegner

Bereits in den 1920er Jahren erkannte Mayer die von den Nationalsozialisten ausgehende Gefahr. Nach deren Machtübernahme trat er entschieden für die Rechte der Kirche ein. Öffentlich erklärte er, daß ein Katholik nicht Nationalsozialist sein könne. Als 1935 die Karitas-Sammlung verboten wurde, stellte er sich aus Protest am 18. Mai des Jahres mit der Sammelbüchse vor die St.-Michaels-Kirche.

Da er auch in seinen Predigten das Regime anprangerte, wurde über ihn nach seinen Predigten gegen die Verleumdungskampagne der Nationalsozialisten gegen die Kirche im April 1937 ein Redeverbot verhängt. Als er dieses nicht befolgte, wurde er am 5. Juni verhaftet. Im Juli wurde er von einem Sondergericht wegen Kanzelmißbrauchs verurteilt.

Wegen der Proteste des Kardinals und weiter Teile der Münchner Bevölkerung wurde Mayer jedoch wieder freigelassen. Vor dem Gericht erklärte er: "Trotz des gegen mich verhängten Redeverbotes werde ich weiterhin predigen, selbst dann, wenn die staatlichen Behörden meine Kanzelreden als strafbare Handlungen und als Kanzelmissbrauch bewerten sollten."

Da er weiterhin regimefeindlich predigte, wurde er am 5. Januar 1938 erneut verhaftet und in das Gefängnis in Landsberg/Lech gebracht. Durch eine Amnestie kam er am 3. Mai 1938 frei. Am 3. November 1939 wurde er zum dritten Mal verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Nachdem sich sein Gesundheitszustand deutlich verschlechtert hatte, wurde er im August 1940 schließlich im Kloster Ettal interniert.

Nach Kriegsende kehrte er im Mai 1945 nach München zurück, konnte sich jedoch der gewonnenen Freiheit nicht lange erfreuen. Am Fest Allerheiligen erlitt er während der Predigt in der Kreuzkapelle der Münchner St.-Michaels-Kirche einen Schlaganfall und starb noch am selben Tag.

Seine Bestattung erfolgte zunächst auf dem Ordensfriedhof in Pullach. Nachdem sein Grab von ungezählt vielen Menschen besucht wurde, erfolgte am 23. Mai 1948 die Umbettung seiner sterblichen Überreste in die Unterkirche des Münchner Bürgersaals.

Die Nazi-Juristen, die Pater Rupert Mayer verfolgt haben, wurden in der "BRD" befördert, darunter Michael Schwingenschlögl, Ludwig Wächter, Hans Mugler und Ernst Großer.

Pater-Rupert-Mayer-Gebet

Herr, wie Du willst, so will ich geh’n,
und wie Du willst, soll mir gescheh’n,
hilf Deinen Willen nur versteh’n.


Herr, wann Du willst, dann ist es Zeit,
und wann Du willst, bin ich bereit,
heut' und in alle Ewigkeit.


Herr, was Du willst, das nehm' ich hin,
und was Du willst, ist mir Gewinn,
genug, daß ich Dein Eigen bin.


Herr, weil Du's willst, d’rum ist es gut,
und weil Du's willst, d’rum hab’ ich Mut,
mein Herz in Deinen Händen ruht.


Verweise


Einzelnachweise