Ruprecht (Dt. Kg.)

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König Ruprecht von der Pfalz


Ruprecht von der Pfalz war von 1400 bis 1410 Deutscher König aus der Dynastie der Wittelsbacher, sowie als Ruprecht III. von der Pfalz von 1398 bis 1410 Pfalzgraf und Kurfürst der Pfalz.


Wahl

  • Johann II. von Nassau, Kurfürst und Erzbischof von Mainz
  • Werner von Falkenstein, Kurfürst und Erzbischof von Trier
  • Friedrich III. von Saarwerden, Kurfürst und Erzbischof von Köln
  • Ruprecht III., Pfalzgraf bei Rhein

Die drei geistlichen Kurfürsten und Ruprecht traten am 20. August 1400 zusammen, um König Wenzel seines Amtes zu entheben. Am nächsten Tag wurde Ruprecht einstimmig zum neuen Römischen König gewählt. Die Kurfürsten von Sachsen (Rudolf III.), Brandenburg (Jobst) und Böhmen (Wenzel) waren allerdings nicht anwesend, und Wenzel erkannte die Gültigkeit seiner Absetzung und die Wahl Ruprechts nie an.

Seine reichstreue Politik mußte wegen der zu geringen Machtbasis weitgehend erfolglos bleiben.

Leben

Ruprecht war ein Sohn des Kurfürsten Ruprecht II. von der Pfalz und seiner Gemahlin Beatrix von Sizilien-Aragon. Der Dominikanerpriester und Ordenschronist Johannes Meyer (1422 – 1482) überliefert hingegen das Kloster Liebenau zu Worms. Dort lebte seine verwitwete Großmutter Irmengard von Oettingen (Frau Adolfs des Redlichen) als Nonne und Ruprechts Mutter Beatrix von Sizilien-Aragon habe sich öfter bei ihr aufgehalten. Hier in Worms sei der Knabe auch bis zum 7. Lebensjahr von der Großmutter erzogen worden.

1385/86 unternahm er eine Preußenfahrt. Zusammen mit dem Mainzer Erzbischof Johann II. stand Ruprecht an der Spitze der Fürsten, die am 20. August 1400 in Oberlahnstein König Wenzel absetzten. Am folgenden Tage wurde er mit den Stimmen der drei erzbischöflichen Kurfürsten und, als einziger deutscher König, mit seiner eigenen Stimme auf dem Königsstuhl von Rhens zum neuen König gewählt. Die Stadt Frankfurt war wegen ihrer Ablehnung seiner Kandidatur als Wahlort ausgefallen. Der Kölner Erzbischof Friedrich III. krönte Ruprecht im Januar 1401 in Köln, da Aachen und auch Frankfurt ihm nicht die Tore öffneten, zum römisch-deutschen König. Erst nachdem die Stadt Aachen sich mit Bußgeldzahlungen aus der ihr von Ruprecht auferlegten Reichsacht befreien konnte, bestieg er am 14. November 1407 demonstrativ den Thron Karls des Großen.

Herrschaft

Im Reich fand Ruprecht wenigstens in den königsnahen Gebieten schnell Anerkennung, zumal Wenzel nichts weiter unternahm. Allerdings war Ruprechts Wirkungskreis eng begrenzt. Insbesondere das mächtige Haus Luxemburg erkannte seine Wahl nicht an. In der Frage des Schismas hielt er strikt zu Rom und befürwortete ein vom König einzuberufendes Konzil; eine Kirchenreform gelang ihm jedoch nicht. Trotz dieser Unterstützung verweigerte ihm Bonifaz IX., aus Rücksicht auf die Luxemburger, die Anerkennung als König.

Es kam schließlich aufgrund territorialer Fragen zu einem Konflikt mit Johann II. von Nassau, dem Erzbischof von Mainz, 17 schwäbischen Städten und einigen rheinischen Fürsten, die sich im Marbacher Bund (1405–1407) gegen Ruprecht verbündeten. Durch Bündnisse mit einzelnen Teilnehmern des Bundes konnte Ruprecht diese Gefahr entschärfen. Die Spannungen blieben dennoch in den folgenden Jahren bestehen. Bevor es zu einer Entscheidung kam, starb Ruprecht, der insgesamt ein bemühter, aber doch letztendlich erfolgloser König gewesen war, an einer längeren Krankheit. Er wurde in der Heidelberger Heiliggeistkirche begraben.

In der Stiftskirche zu Neustadt an der Weinstraße, einer Memoria des Hauses Wittelsbach, sind König Ruprecht und seine Gemahlin Elisabeth von Hohenzollern-Nürnberg, sowie ihr Sohn Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz mit seiner 1. Gattin Blanca von England zeitgenössisch, als lebensgroße Figuren eines "jüngsten Gerichtes", an die Chordecke gemalt.

Ehen

Kinder

  1. Ruprecht Pipan Erbprinz von der Pfalz (1375–1397)
  2. Margarete (1376–1434)
  3. Friedrich (1377–1401)
  4. Ludwig III. (1378–1436)
  5. Agnes (1379–1401) ∞ 1400 Graf Adolf II. von Kleve und der Mark (1373–1448)
  6. Elisabeth (1381–1409) ∞ 1407 Herzog Friedrich IV. von Tirol (1382–1439)
  7. Johann von der Pfalz (1383–1443)
  8. Stefan von der Pfalz (1385–1459) ∞ 1410 Gräfin Anna von Veldenz (1390–1439)
  9. Otto I. von der Pfalz (1390–1461) ∞ 1430 Prinzessin Johanna von Bayern-Landshut (1413–1444)

Verweise